In den zurückliegenden fünfzig Jahren
hat sich nicht nur das medienvermittelte Wissen von der Welt verändert,
sonder der Gebrauch von Medien veränderte die Welt. Audiovisuelle
Räume umspannen den Globus, analoge Bilder vom Mond und digitale
Bilder vom Mars werden 'frei Haus' geliefert, Raumsonden 'erforschen'
die Tiefen des Weltalls, Körpersonden zeigen die Lebensprozesse
in situ. Die Monitorisierung der Welt ist zu einer selbstverständlichen
Erkenntnisgrundlage geworden. Sie hat begonnen, die ökonomische
und kulturelle Bedeutung der Motorisierung zu überlagern. Mit ihr
transformieren sich die hoheitlichen, anstaltsmäßigen Sende-Empfängerformate
in programmierte Hol- und Bring-Kommunikation. Massenmedien werden computergenerierte
und netzbasierte Massen-Individual-Medien. Die elektronische und fiber-optische
Rationalisierung der Kommunikation festigt die Cyber-Moderne.
Prof. Dr. Manfred Faßler ist Professor für Kommunikationstheorie
an der Hochschule für angewandte
Kunst in Wien sowie Leiter des evangelischen
Studienwerkes Villigst. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist
die soziologische Erforschung des Phänomens "Virtuelle Realität".