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Die wenigen, die mit Farbe operieren, sind die Galerie Objekte (www.galerie-objekte-maurer.de) mit saftigem Pistaziengrün und die Galerie Christel Reither Alte Rahmen und Spiegel (www.galerie-reuther.de) mit schreiendem Rot. Während die Objekte Galerie von Wolfgang Maurer eher vornehm-schlicht mit den Funktionen spielt, drischt Christel Reither richtig drauf: klickt man auf die Galeristin, deren Brille im Goldrahmen strahlend funkelt, kommt man zu Bildern von den Räumen. Vielleicht nicht so geschmackvoll, aber originell. Nachtschwarz kommt www.galeriedube.de daher, Die Seite zeigt zwar Bilder guter Qualität, aber man rate erst einmal, was "Galerie 1-4" auf der Navigationsleiste bedeutet... Künstler, Künstler, Künstler, Moderne Künstler! So einfach könnte Kunstgeschichte sein, wir nummerieren Künstler einfach durch! Farblich daneben liegen Seiten, die anscheinend durch die gemeinsame Galerieninitiative www.galerienamgaertnerplatz.de "türkisiert" wurden, womit nicht die Nationalität gemeint ist, sondern der Farbton, den man sonst nur von Badezusätzen kennt: www.galeriepaal.de (ohne Links, nur eine Liste und ein Bild) und www.galeriekarlpfefferle.de sehen gleichermaßen türkis-grün aus. Wie ein Hautausschlag sind weitere gemeinsame Merkmale bei Gärtnerplatzgalerien zu konstatieren. Der graue Font verrät es: www.galeriewittenbrink.de unterscheidet allerdings die blaue Schrift und die ausführlichen Inhalte und Galerieansichten von der mageren Seite www.wassermanngalerie.de der gleichnamigen Galerie mit roter Schrift und der noch magereren Galerie Dany Keller www.danykellergalerie.de - letztere zeigt nur die Adresse. Da Dany Keller nun in die Türkenstraße umgezogen ist, darf man vielleicht mit Besserung rechnen. Verschont blieb trotz örtlicher Zugehörigkeit Rupert Walser unter www.rupertwalser.de, dessen Seiten in schwarz-grau gut ausgestattet daherkommen. Von jedem Künstler ist ein Bild zu sehen. Verwirrend allerdings die deutsch-englische Mischung zwischen Navigationsleiste und Content - sieht so Münchner Weltoffenheit aus? Diesbezüglich fiel auch die Galerie Bartsch&Chariau unter www.Bartsch-Chariau.de auf, die den Einleitungstext gar nur auf englisch verfasst hat. Merkwürdig wird man bedient, wenn man auf www.vonlintel.nusser.com geht. Man wird auf "nameplanet.com" geleitet und bekommt eine email-Adresse mit dem Namen Nusser. Wers versteht, der melde sich. Für Langeweile könnte man eine eigene Preiskategorie einrichten. Nominiert würden, neben bereits genannten, www.galerie-ch-duerr.de, Galerie Christoph Dürr, und www.galerie-gunzenhauser.de, Galerie Gunzenhauser. Letztere kommt sogar ohne email aus, bietet stattdessen ein Link zu einer "Kunstplattform"... was man dort soll, ist ein Rätsel. Sabine Knust, www.sabineknust.com zeigt ebenso spärlich nur 2 Ausstellungen und 2 Bilder an.
Wenig aufmunternd sind diejenigen Seiten, die offensichtlich mit dem
Wenigen, was der Provider kostenlos zur Verfügung stellt, selbstgebastelt
dahindümpeln. Tabellen sind sichtbar, Layout absent. Bei der Galerie Bernd
Dürr ist das auch der Fall, obwohl er seine Seiten nicht selbst geschustert
hat (www.galerie.de/duerr/).
Sonst zählen dazu die Galerie Carol Johnssen (www.artcarol.de),
oder "Kunstcaroline"? Nicht besonders schön, aber immerhin persönlich
geht es bei www.galerie-klaus-lea.de
zu. Formale Schnörkeligkeit findet man bei www.universal-arts.de,
universal arts Galerie Studio, tabellarische Unempfindlichkeit gegenüber
Ästhetik bei www.otto-galerie.de.
Hauptsache, dicke graue Knöpfe zaubern ein Formular für die Kaufanfrage
herbei.
Kühl-rechnerisch gibt sich www.stormsgalerie.de:
die Räume der Galerie Walter Storms kann man für 5000,- DM pro Tag mieten.
Wozu dann noch Kunst verkaufen? Kunst kaufen statt ver-kaufen möchte die
Galerie Thomas, www.galerie-thomas.de,
unter der Rubrik "wir suchen": Bilder der Brücke für Kunden. Ob das Netz
Kunsthandel so einfach macht? Eingeführt und unabkömmlich will www.galerie-ruediger-schoettle.de
wirken; ist dazu zwar nicht schön, aber umfangreich mit Information ausgebaut.
Sehr störend wirkt das schlechte Foto des Hauses, in dem sich die Galerie
befindet, das auch neben den schönsten Kunstwerken störrisch verharrt.
Eher fad schnitt die Galerie Daniel Blau, www.danielblau.de
ab, die ihrem schönen Namen keine Ehre macht. In der Informationskategorie
liegt sie dennoch gut, denn viele Exponate aus den Ausstellungen sind
sogar vergrößerbar. Bei der ISART Galerie bekommt man sogar den Eindruck,
man sähe jedes Exponat, so wie es derzeit im Ausstellungsraum hängt (www.isart.de).
Die Verlierer dieses Rundgangs sind diejenigen, deren Adressen kein Ergebnis
brachte: www.galeriebinder.de und www.galerie.karin.sachs.de. Aber das
kann immerhin noch auf den Nutzer zurückfallen. Keine Entschuldigung gibt
es für die sehenswert scheußliche "Under construction"- Animation der
www.galerie-jaspers.de
und dem Baustellenschild der www.galerie-oltmann.de:
"hier entsteht eine neue Internet-Präsenz" - ach was. Ein Bildchen mit
freundlichen Grüßen und wenigen Angaben hätte es auch getan. Was da wohl
heranwächst? Leider gibt es nach solchen Erfahrungen oft keinen zweiten
Besuch. Da ist der meist ungeduldige User gnadenlos.