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Anzüge, Pullover und deutsche Filmstars
Eine recht gut bezahlte Rolle allerdings, mag sich Till Schweiger gedacht haben und folgte seiner Kollegin in den Modelhimmel. Als neues Hugo Boss Modell darf er in Lifestyle- und Modemagazinen seine Sinnlichkeit zur Schau stellen. Til Schweiger passe ideal zu Hugo, glaubt man in der Firmenzentrale, da er "Philosophie und Lifestyle der Marke verkörpere".
Da erinnert man sich doch gerne an den Vorgänger bei Boss, Werner Schreyer, der mit seiner Rolle in Bandits gerade den gegensätzlichen Weg geht und die Flüchtigkeit eines Werbespots gegen die Dauer eines Spielfilmes eintauscht. Für Boss bestimmt kein ganz billiger Tausch, denn ein Till Schweiger will bezahlt sein, aber wieso Stars machen, wenn es schon welche gibt? Da ist es egal, daß Werner Schreyer mit Sicherheit das Kapital zum 'echten' Kampagnenstar gehabt hätte.
Hinter Riemann und Schweiger als Kampagnentestimonials steht ein Sicherheitsdenken, das auf den Geschmack der Masse setzt. Ähnlich wie deutsche Produzenten gerne Bekanntes im Aufguß zeigen und ewig die gleichen Gesichter durch die gleichen Geschichten hüpfen lassen, können manche Entscheider in den Chefetagen der Modeindustrie wohl auch nicht anders, als vorgewärmtes nochmal in die Mikro zu stecken. Ganz nach dem heimlichen Motto "Don't innovate, imitate!" ?