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Die größte Zeit des deutschen Kinos
Wenn ein Kritiker die Seiten wechselt – eine Erinnerung an das Kino der Weimarer Republik und ein Interview mit unserem Kritiker Rüdiger Suchsland
Wenn ein Kritiker die Seiten wechselt – eine Erinnerung an das Kino der Weimarer Republik und ein Interview mit unserem Kritiker Rüdiger Suchsland
Ein Kritiker wechselte für eine Weile die Seiten: Rüdiger Suchsland, seit vielen Jahren Filmkritiker, nicht zuletzt bei artechock, ist nun selbst unter die Filmemacher gegangen. Sein Dokumentarfilm Von Caligari zu Hitler läuft gleich bei einem der bedeutendsten Filmfestivals der Welt. Am heutigen Donnerstag hat der Film in der Sektion »Venice Classics« bei den
Internationalen Filmfestspielen in Venedig Premiere.
Der Titel nimmt bewusst Bezug auf Siegfried Kracauers »psychologische Geschichte« der Weimarer Republik. Suchslands filmischer Essay befragt anhand von Original-Ausschnitten die Arbeiten von Murnau, Lang, Lubitsch, Pabst, Sternberg, Wilder, Ruttman und vielen anderen danach, was sie über die ungeheuer spannende wie spannungsvolle Zeit zwischen 1918 und 1933 erzählen können: Die Leitfrage ist: »Was weiß das Kino, was wir nicht wissen?« Bei seinen Recherchen in unzähligen Archiven ist er
auch auf viele Filme von Kino-Autoren gestoßen, die heute vergessen sind.
Im Gespräch mit Barbara Miller, Redakteurin bei der »Schwäbischen Zeitung«, stellt Rüdiger Suchsland seinen Film vor.