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Die sicht­baren Macher

Italy, love it or leave it
Gelungene Selbst-Inszenierung: Italy, love it or leave it von Gustav Hofer & Luca Ragazzi

Zwischenbilanz vom 27. Internationalen Dokumentarfilmfestival München

Von Natascha Gerold

Das wichtige Wochen­ende beim Dok.fest München ist gleich rum. Wichtige Themen der Filme waren die Erin­ne­rung, die faszi­nie­rendste aller (Un-) Fähig­keiten des mensch­li­chen Gedächt­nisses, und die Einsam­keit, die schmerz­haf­teste aller Empfin­dungen – mitunter auch als gnaden­loses Duo. Vor allem eines konnte man bei den Filmen des Dok.fests bislang beob­achten: Doku­men­tar­filmer von heute stellen sich für ihre Arbeit zunehmend selbst vor die Kamera oder sind aus dem Off zu hören. Sie werden unmit­telbar sichtbar und hörbar und bekunden ihre subjek­tive Sicht­weise von Bezie­hungen oder Ereig­nissen. Objek­ti­vität, die im Doku­men­tar­film ohnehin nur eine Behaup­tung sein kann, wird mit dieser deut­li­chen Posi­tio­nie­rung als gestal­tender und vermit­telnder Autor als obsolete Konstruk­tion verab­schiedet. Bei vielen Filmen wird klar, dass Selbst­re­fe­ren­tia­lität auf Macher und Medium dring­li­cher sind denn je.