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divenhaft - die verletzte diva
besprechung
Der Titel der Ausstellung ist verwirrend, wird ein Besuch Abhilfe schaffen?
Wird der Besucher mit dem befriedigenden Gefühl neuer Erkenntnis nach
Hause kehren?
Ich möchte den Leser nicht schon im Vorfeld der Ausstellung strapazieren,
deswegen:
... lesen Sie den ersten Teil der Kritik, falls Sie die Ausstellung
mit dem Bauch besuchen wollen möchten.
Mein Tip: Versuchen Sie nicht lange die Zusammenhänge und tieferen Bedeutungen
des Titels und Themas zu verstehen.
Zum einen hängen die Werke meist beliebig beieinander, Erklärungen in
Textform sind zu knapp gehalten, um Verständnis zu wecken und der Katalog
ist auch schwer zugänglich. Zum anderen: Spielt das Thema Hysterie für
Sie und die Gegenwart eine Rolle? Wohl kaum, unsere moderne wird immer
technisierter und rationaler. Für Hysterie ist da wenig Platz, auch wenn
die Menschen unserer Zeit nicht rein rationale Menschen sind. Aufmerksame
Leser werden jetzt aufschreien und einwenden, daß die Ausstellung den
Einfluß und das Erscheinen der Hysterie in der Kunst des 20. Jahrhunderts
betrachtet. Stimmt, aber für den "Bauchbesucher" stellt die Ausstellung
viel zu wenig Erklärungen bereit, als daß sich eine Ausaeinandersetzung
mit diesem Thema für Ihn lohnen würde...
Schauen Sie sich lieber die vielen interessanten Bilder an.
...oder lesen Sie den zweiten Teil, wenn Sie die Ausstellung mit
dem Kopf besuchen wollen. Im diesem Fall sollten Sie allerdings
neben ihrem Kopf auch noch viel Geduld, Zeit und Ausdauer mit bringen.
Dann werden Sie sich nämlich dazu gemüßigt sehen, sich in die Gedanken
der Ausstellungsmacher hineinzudenken und den Katalog zu studieren, um
anschließend sich zu überlegen, welche Aussagen diese Ausstellung trifft
und welche Erkenntnisse sie daraus ziehen können... Die wohl interessantesten
Darstellungen sind die, welche die Rolle der Hysterie in den Werken der
Surrealisten und der Dadaisten zeigen. Soweit zu den Kopfbesuchern.
Insgesamt hinterließ die Ausstellung einen zwiespältigen Eindruck. Auf
der einen Hand sehenswerte Werke von vielen bekannten Meistern, auf der
anderen Hand das diffuse, überladene Ausstellungskonzept.