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eine kleine geschichte
Überall sieht man Menschen, die nach und nach die grünen Flecken der Stadt lichten und die stacheligen Bäumchen, hübsch in Großmaschiges verpackt, in ihre Wohnungen schleppen.
Aber seit wann ist das so, wie kam es dazu, wo liegen Wurzeln und Gründe für dieses eigentlich seltsam anmutende Gebaren zur Weihnachtszeit?
Die Entwicklung des Weihnachtsbaumes hat keinen eindeutigen
Anfang, vielmehr setzt sie sich aus verschiedenen Bräuchen
verschiedener Kulturen zusammen, denen jedoch eines gemeinsam
ist: die Winterzeit und die Verwendung von immergrünen Pflanzen.
So z.B. Efeu, Misteln oder Lorbeer, die bereits in der römischen
Antike zu den im Dezember stattfindenden Saturnalien zu Ehren
des Fruchtbarkeitsgottes Saturn verwendet wurden.
Kaiser Aurelian
erklärte in seinen Tagen den 25. Dezember, also in etwa
das Datum der Sonnenwende, zum Festtag des unbesiegbaren Sonnengottes
-sol invictis. Ein Datum, das uns auch heute noch bekannt vorkommt,
denn, im Zuge allgemeiner Christianisierung, erklärte Papst
Julius im Jahre 350 n.Chr. just dieses Datum zum Tage der Geburt
Christi.
Daß die heidnischen Gepflogenheiten zur Feier
des neu anbrechenden Jahres, wie z.B. das Verschenken von kleinen
Gaben an grünen Zweigen, auch an dem nun christianisierten
Datum der Sonnenwende beibehalten wurden, versteht sich fast
von selbst.
Doch auch in den nördlicheren Gefilden der
Germanen gab es die Benutzung von Grünzeug zur Winterszeit.
Dort wurden vor allem Tannenzweige ins Innere des Hauses gehängt,
vornehmlich über Eingänge und in dunkle Ecken, um bösen
Geistern das Eindringen und Einnisten in der guten Stube zu erschweren.
Zugleich gab das Grün Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings,
der den nahrungsarmen Zeiten ein Ende setzte.
Noch bis ins 19.Jahrhundert hinein schmückte man in Norddeutschland seinen Christbaum mit Adam und Eva, inklusive der Schlange, aus Holz oder gebacken.
Die Zünfte und Vereine waren es schließlich, die sich ein immergrünes Bäumchen in die Stube holten. Bis zum 30-jährigen Krieg wurde die Sitte der Stubenbegrünung mit Zweigen auch beim gemeinen Volk beliebt, so daß Naturschutz auch damals ein aktuelles Thema wurde. Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt nun gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein, da sie zudem den heidnischen Zweck, der nach wie vor dahinter stand, nicht billigen konnte.
Erst nach dem Krieg ging der Baum auch in private Stuben von wohlhabenden Bürgern ein, wo er mit Papierblumen, Backwerk und Früchten geschmückt wurde. Üblich war der hängende Weihnachtsbaum. Man hängte ihn entweder mit der Spitze nach oben oder unten auf, eine Möglichkeit, die bis zum Einzug der Stuckdecken im 19. Jahrhundert oft beibehalten wurde.
Ende des 19. Jahrhunderts kann sich die Kirche der allgemein so großen Beliebtheit des Bäumchens nicht mehr erwehren und bindet es schließlich in ihre Festlichkeiten mit ein. Der Christbaum ist endlich da.
Der Jugenstil möchte ihn von allem überflüssigen Schnickschnack befreien, ihn einheitlich in Weiß und Silber halten und bringt so schönen Schmuck wie gläserne Eiszapfen hervor.
Doch so ästhetisch bleibt er nicht lange, der Nationalismus fordert seinen Tribut und behängt das unschuldige Bäumchen während des ersten Weltkrieges mit Bömbchen, U-Bötchen und niedlichen eisernen Kreuzen.
Die Geschmacklosigkeit wird noch weiter gesteigert, als die Nationalsozialisten das Heft in der Hand halten und dieses auch, genannt "Deutsche Kriegsweihnacht" im Advent verteilen, um christliche Inhalte in germanische umzudeuten. So solten denn Christbaumanhänger "ahnenüberkommene Sinnbilder einer germanischen Weltschau" sein, wie z.B. Rune und Hakenkreuz oder Kugeln mit der Aufschrift "Heil Hitler".
Merkwürdige Ausprägungen.
Die Geschichte des Weihnachtsbaumes hält also für jeden etwas bereit, auf das er seine Ablehnung oder Befürwortung stützen kann. Doch meist ist es ja die eigene Geschichte, die einem entweder verklärende Nostalgie oder kühles Schaudern bereitet, wenn man an den nadeligen Gesellen denkt.
Ein Bus, der von Museum zu Museum fährt. Er beginnt am Nordbad, dort gibt es zwar kein Museum, aber nach nur acht Haltestellen erreicht man bereits das erste Haus dieser Kategorie. Zugegebnermaßen trifft diese Haltestelle Schellingstraße natürlich nicht ganz genau ins Schwarze, aber immerhin kann man sich von dort aus aussuchen, wohin man zu Fuß weiter gehen möchte: zu den Pinakotheken oder gar zum Lenbachhaus? Daß weder die eine noch die andere Institution auch bloß in Sichtweite zum Busstop liegt, kann für den Touristen kein Problem werden, wo man doch in dieser Stadt quasi alle Naslang auf Kunst stößt. Außerdem können die Touris ja auch in die „Museumsstraßenbahnlinie“ 27 einsteigen.
Die nächsten drei Haltestellen können wiederum keine Museen bieten - aber wozu denn auch, schließlich wird der Passagier gewissermaßen für umsonst die Münchner Prachtstraße, die Ludwigsstraße, bis zum Odeonsplatz hinaufgefahren. Odeonsplatz ist dann die Station, die für das Deutsche Theatermuseum, die Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, die Schatzkammer der Residenz, das Siemens-Forum und die Staatliche Münzsammlung empfohlen wird. Aber Vorsicht: Die Residenz verfügt doch über die „Residenz-Straßenbahnlinie“ 19! Und sind dann die U3, U4, U5 und U6 nicht auch irgendwie „Museums-Ubahnlinien“? Herumirren nach voreiligen Busausstieg wird auf jeden Fall dadurch gewährleistet, daß sich an der Museumsbushaltestelle keinerlei Wegweiser in Richtung der manigfaltigen Kunststätten befinden.
Bleibt der geduldige Tourist noch ein bißchen sitzen, dann fährt auf ihn aber tatsächlich eine Museenflut ein: zwei Haltestellen weiter folgt das BNM, die Neue Sammlung, das Haus der Kunst, die Prähistorische Staatssammlung, die Staatsgalerie, eins weiter die Schack-Galerie und noch ein Halt später die Villa Stuck. Hier gibt’s wirklich nichts zu meckern, die Tempel der Kunst grenzen genau an die Haltestelle an.
Abgerundet wird das Angebot durch vier abschließende Stationen ohne Kunst bzw. eigentlich schon mit kunsthaltigen Möglichkeiten, auf die aber nicht hingewiesen wird. Der Kunstbunker Tumulka am Prinzregentenplatz kann ja auch nicht mit solch altehrwürdigen Einrichtungen wie dem Siemensforum mithalten.
Die Intention, in München mehr Orientierung zu schaffen, hat ein Lob verdient. Schon lang bestehende Buslinien flux umzubenennen, würde der Böswillige aber gern als Etikettenschwindel bezeichnen.
Einzelheiten entnehme man der Broschüre des Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH
"Berge von unten, Kirchen von außen, Wirtshäuser von innen!", Pasinger Fabrik
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