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foto spezial - archiv 2001

Unser Fehler! Wir wissen noch nicht warum, aber große Teile unseres Archivs sind leider verloren gegangen. Bis auf weiteres klafft daher leider eine Lücke zwischen Juli und Januar 2001. Wir hoffen, diese Lücke demnächst wieder schließen zu können...

Und schon ist sie wieder vorbei die Ausstellungspause im Schirmer und Mosel Showroom (s. unten). Am 6. Dezember eröffnet die Ausstellung "Terra Firma" mit Drucken und Photographien von 1977 bis 1985 von Lothar Baumgarten. Der Altmeister Inszenierter (und aller anderer Arten von) Fotografie ist allen Freunden der Fotografie garantiert durch seine Federfotografie bekannt (Feder in Parkettbodenspalte) und schon allein aufgrund dieses Bildes absolut sehenswert (bis 15. Januar).

Die Modefotografin Yva unterhielt in den 30er Jahren in Berlin ein Atelier für Modefotografie, das sie zu einer der gefragtesten Modefotografinnen ihrer Zeit machte. Eine Auswahl dieser Bilder, zusammen mit einigen Porträts zeigt derzeit das Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum (in Kombination mit eine Ausstellung zu Modefotografien in deutschen Zeitschriften 1936-1943). Viele der Bilder bestechen durch den guten Blick der Fotografin, sorgsam gewählte Ausschnitte und das Spiel mit Unschärfen. Ungewöhnlich ist allerdings die "Süße" die über fast allen Bildern liegt, als wäre das Berlin der 30er Jahre ein reiner Ort der Mode, der Schönheit, der Eleganz und des Vergnügens gewesen. Auch die parallel gezeigte Ausstellung von Modefotografien verrät nur durch ihren Titel ("Die Eleganz der Diktatur"), daß die Zeiten weniger rosig waren, als die Bilder es suggerieren. Dass sich das nazionalistische Regime in Deutschland Künstlern wie Yva alles andere als entgegenkommend verhielt, mußte die Fotografin schließlich selbst erfahren. Sie wurde im Juni 1942 in das Konzentrationslager Majdanek/Sobibor abtransportiert, wo sie ermordet wurde - ein Schicksal, das sich in ihren Bildern nicht wiederspiegelt.

Die Ausstellungspause im Schirmer/Mosel Showroom nutzt der Verlag, um seine Bücher des Jahres 2001 vorzustellen. Mit dabei sind natürlich die Ausstellungsklassiker des letzten Jahres, u.a. Thomas Struth, Andreas Gursky und Petra Wunderlich, darüber hinaus aber auch weitere Titel des gut sortierten Fotografieverlages. Bevor die nächste Ausstellung mit Lothar Baumgarten losgeht, gibt es auch einige Bilder zu sehen, u.a. von Martin Assig und Petra Wunderlich. (eröffnung am 30. November, ab 19 Uhr in der Galeriestr. 2)

Die Osram-Galerie ist nicht unbedingt das Haus, an dem man alle Tage vorbei kommt, wer den Weg trotzdem nicht scheut, kann durch die "Fotografie den Dialog mit der Natur" suchen. Die Arbeiten von Klaus Oberer beschäftigen sich einerseits mit Fotografie, andererseits mit der Aufgabe "Bilder zu gestalten". Der Ansatz mag zunächst verwundern (insbesondere wenn wir auf unserer Fotoseite darauf hinweisen), schließlich sehen wir in der Fotografie ja schon lange das Bild an sich, und nicht den bloßen Schnappschuss. Betrachtet man die Arbeiten allerdings genauer, kann man zumindest nachvollziehen, wie der Künstler auf ein solches Statement kommt: hier wird sowohl die Natur porträtiert (also fotografiert), als auch mit dem Bild der Natur gearbeitet, insofern, Strukturen aufgezeigt werden, die das "schnelle" Fotografieren (wenn man das denn heute noch so sagen darf) kaum hergeben würde. Im Pressetext formuliert lautet das so: "Oberers Bilder huldigen der Dialektik zwischen den gestalterischen Gesetzen und "Irrationalitäten" der Natur einerseits sowie den bildernischen Fähigkeiten der Fotografie andererseits". (OSRAM-Haus, Hellabrunner Str. 1, bis 10. Januar)

Etwas eindeutiger formuliert der Kunstbunker Tumulka das Anliegen seiner aktuellen Fotoausstellung. "12 israelische Fotografien setzen sich mit der sozialen Wirklickeit auseinander. Dabei zeigen sie jeweils in individueller Sichtweise das jeweilige Lebensgefühl, aber auch sozialkulturelle Probleme. Es werden Fragen z. B. nach der Chancengleicheit oder dem Auseinanderdriften des sozialen Gefüges gestellt". Das verspricht zumindest in unseren jetzigen Zeiten brisanten Fotostoff - noch vor wenigen Monaten hätte dieses Thema vermutlich kaum jemanden interessiert, wohingegen im Augenblick über Chancengleichheit von ungleichen ethnischen Gruppen gar nicht genug diskutiert werden kann. Unter den Fotografen sind u.a. Eyal Ben Dov, Yosaif Cohani, Varid Kahana und Joel Kantor (19.Nov. bis 30. Dezember).

Eine Galerie, die sich vollkommen auf Fotografie spezialisiert, hat in München bisher noch gefehlt. Seit Juli dieses Jahres gibt es daher pantharei (gr. alles fließt), ein kleiner Laden im Glockenbachviertel (Corneliusstr. 46), in dem ausschließlich Fotografien ausgestellt werden. Vielleicht nicht immer mit dem absoluten Kunstverstand, dafür aber mit viel Idealismus und Liebe zur Fotografie. Die aktuelle Ausstellung zeigt Bilder des deutschen Chirurgen Dr. Heinrich Schoeneich, der seit einigen Jahren in Afghanistan und anderen Krisengebieten arbeitet und fotografiert. Die Bilder, die zum Teil ziemlich grausam sind, verstehen sich als Dokumentationen der örtlich anzutreffenden Verhältnisse. Dabei sind sie aber keineswegs ausschließlich kritisch angelegt, sondern bringen ebenso wie die Nöte des Landes auch seine Schönheit zum Ausdruck.
Die darauffolgende Ausstellung, die am Samstag den 13. November eröffnet (20 Uhr), zeigt einen Schwarz-Weiß-Zyklus von Venedig des Münchner Fotografen Jan Kobel. Wer die Galerie kennenlernen will, dem sei empfohlen zur Eröffnung oder zumindest am kommenden Samstag pantharei aufzusuchen - ein kleiner Nachteil des neuen Ladens sind nämlich seine Öffnungszeiten, die auf Freitag 19 Uhr bis 23 Uhr und Samstag 11 Uhr bis 14 Uhr beschränkt sind. Oder nach Vereinbarung: 0179/3925992