| Klein,
aber fein. Im Rahmen der Präsentation neuer Künstlerräume
zeigt die Pinakothek der Moderne noch bis zm 18. April "Urformen der
Kunst " von Karl Blossfeldt. Der 1865 geborene Karl Blossfeldt wurde
zum Modelleur und Kunstgießer ausgebildet, bevor er an der Unterrichtsanstalt
des Königlichen Kunstgewerbemuseum, Berlin, studierte, wo er später
auch als Professor lehrte. 1928 veröffentlichte er erstmals die "Urformen
der Kunst". Die kleine Kabinettausstellung im ersten Stock der der
Pinakothek der Moderne zeigt die Ende der 80er Jahre entdeckten originalen
Vergrößerungen aus der Sammlung Ann und Jürgen Wilde. |
Der Schirmer/Mosel
Showroom zeigt noch bis zum 15. Januar Arbeiten von Anton Corbijn.
Corbijn ist vor allem für seine Künstlerporträts bekannt,
zu den von ihm porträtierten Personen zählen u.a. die Brüder
Chapman, Steven Spielberg, Liam & Noel Gallagher, David Bowie oder
Kate Moss.
Oder anders herum formuliert: Wer von ihm porträtiert wird, darf
sich wohl zu Recht zu den Stars des 20./21. Jahrhunderts zählen!
(Galeriestr. 2)
|
Die
MVHS bietet eine ganze Reihe von Rundgängen und Vorträgen zur
Fotografie. Am 4. Februar spricht z.B. der Kunsthistoriker Ivo Kranzfelder
über "Bilder vom Krieg, über Bildmanipulationen, die hier
stattfinden aber auch über den Preis, der oft für "gute"
Kriegsbilder gezahlt wird (Beginn 20.00 Uhr, 5,- Euro Eintritt). Über
das theoretische Wissen hinaus vermittelt die MVHS auch Praxis-Wissen, das
sich in vielen Fotokursen vertiefen lässt. Zwar sind die meisten Anmeldungen
schon gelaufen, aber evtl. finden Nachrücker noch einen Platz oder
können sich für das nächste Semester vormerken lassen (Tel.
Zentrale 089/480 06 - 6239) |
Zu
den Highlights der Dezember-Ausstellungen in München kann man mit Sicherheit
die Ausstellung "Jede Fotografie ein Bild" zählen, die am
17.12. eröffnet wird. "Die Sammlung, die 860 Schwarzweiß- und
Farbarbeiten von 60 international renommierten Fotografen umfasst, wurde
nach einem stringenten Konzept mit Konzentration auf die konzeptuelle wie
die sachlich-dokumentarische Fotografie aufgebaut. Einen gewichtigen Schwerpunkt
bildet die Fotografie im deutschsprachigen Raum mit Arbeiten von Bernd
und Hilla Becher, Andreas Gursky und Thomas Struth, von
Michael Schmidt, Sigmar Polke und Astrid Klein. Eine
weitere Konzentration liegt in Arbeiten amerikanischer Fotografen, unter
denen Lee Friedlander, Robert Adams, Stephen Shore
oder William Eggleston bereits heute zu Klassikern zählen. Aber auch
der Engländer Martin Parr, die Niederländerin Rineke Dijkstra,
und der Ukrainer Boris Mikhailov sind mit Einzelwerken oder Werkgruppen
vertreten. ... Die Werke - großformatige Einzelwerke, mehrteilige serielle
Arbeiten und Installationen - werden nicht in einer chronologischen oder
stilistischen Abfolge präsentiert, sondern unter den vier traditionellen
Gattungsbegriffen der Malerei: Porträt, Landschaft, Stillleben und Historie.
Über zeitliche und geographische Grenzen hinweg gehen die einzelnen Werke
in einem spannungsreichen Wechselspiel einen Dialog miteinander ein, der
sich nicht nur auf die Fotografie beschränkt. Vielmehr werden die Eigengesetzlichkeiten
der fotografischen Bildsprache gegenüber der Malerei auch durch die Präsentation
nach Gattungen betont und diese im Zusammenhang mit der Fotografie auf ihre
heutige Gültigkeit befragt. (Pressetext), bis 7. März 2004 |
Filmtipp
- Filmtipp - Filmtipp: "Herbert List" > Ein Film von Reiner Holzemer
> Herbert List wurde 1903 als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Hamburg geboren
und gilt als einer der bedeutendsten deutschen Fotografen des 20. Jahrhunderts.
Er verkör-pert wie kaum ein anderer die Entwicklung der deutschen Fotografie
von der Neuen Sachlichkeit zum Fotojournalismus. Seine Aufnahmen der 30er
Jahre bestechen durch ein asketisches Formgefühl, sein Spätwerk durch mensch-liche
Nähe und Lebendigkeit. 1936 verließ er Deutsch-land und spürte in Griechenland
dem Mythos der griechischen Antike nach, das Spiel mit Licht und Schatten
wurde zum entscheidenden Bildelement. 1941 kehrte er nach München zurück
und fotografierte dort nach Kriegsende die zerstörte Architektur. Anfang
der 50er Jahre entwickelte List seine fotografische Sprache weiter, er richtete
seine Kamera auf Menschen und es entstanden einfühlsame Porträts internationaler
Künstler.
Der Dokumentarfilmer Reiner Holzemer stellt das Gesamtwerk des 1975 in München
verstorbenen Fotografen vor und dabei offenbart sich Lists stetiges Anliegen
"das Magische der Erscheinungen im Bilde zu fassen, so dass der hinter ihnen
stehende Sinn" sichtbar wird. > EG 9000 E -- Filmvorführung > Reiner
Holzemer + Volkshochschule + Gasteig + Mi 10. Dezember 2003 + 20.00 bis
21.30 Uhr + EUR 5,50 |
Ausstellung
im Gasteig Ganz unvollkommen – Akt und Körper- behinderung mit Fotos
von Rasso Bruckert »Mein Körper ist individuell und ungewöhnlich,
keinesfalls hässlich. »Diese Einstellung eines Journalisten im Rollstuhl
hat Rasso Bruckert zum Leitmotiv seines künstlerischen Schaffens gemacht.
Mit kurzen Texten versehen spiegeln seine Aktfotos einfühlsam und offen
die Ästhetik und Erotik der Menschen mit einer Körperbehinderung. Ob Peter,
Dany oder Silke – mit diesen Fotos wünschen sie sich, die Angst zwischen
Behinderten und Nichtbehinderten abzubauen und die Barriere des »Anderssein«
durchbrechen zu können. Die Fotos sind dem gleichnamigen Bildband entnommen
und wurden für diese Ausstellung speziell zusammengestellt. Rasso Bruckert
lebt in der Nähe von Heidelberg. |
Jedes
Foto enthält eine Geschichte. Jedes hinzugefügte Foto verändert
diese oder erzählt eine neue. Eine gemeinsame Bildunterschrift gibt
dieser Erweiterung wieder eine neue Richtung. Norbert Herolds Vorstellung
ist es, dass diese drei Komponenten bei jedem Betrachter unterschiedliche
inner Bilder und Empfindungn auslösen - Pressetext (neu in der Galerie
Hartmann, Fasanieristr. 10, bis zum 31.01.03. Infos unter www.galeriehartmann.de) |
Warum
nicht mal in den Arabellapark? Hier ist bis zum 13. November im Kunstforum
Arabellapark und in der Galerie am Rosenkavalierplatz 16 "eine neue
interessante Bilderschau der Künstlerin Aurelia Leicand. Die Fotografin
präsentiert ihre Impressionen aus Rajastahn unter dem Titel „So sah ich
Indien” zu sehen. Aurelia Leicand ist in Rumänien geboren und lebt seit
1964 in München im Stadtteil Bogenhausen. Sie studierte Anglistik, Italienisch
und Kunstgeschichte in Bukarest und Rom und spricht zahlreiche Sprachen
fließend. Sie hat die ganze Welt bereist und aus allen Teilen der Erde ihre
Fotografien mitgebracht. In den letzten Jahren ist sie von Südost-Asien,
Thailand, Burma, Vietnam, Laos, Kambodscha und ganz besonders Indien angezogen.
Dort fühlt sie sich fotografisch wie zu Hause. Als Foto-Künstlerin klassifiziert
sich die höchst aktive Rentnerin bescheiden als Autodidaktin, obwohl sie
mit vielen Auszeichnungen und Preisen bedacht wurde. Im Mittelpunkt der
Ausstellung stehen die Menschen der Wüstenregion Rajasthan, die bemalten
Paläste und die künstlerisch gebauten Festungen in Westindien." |
Neue
Präsentationen der umbau_phase_ von Michael Jochum im Gasteig, München vom
15.10.2003 bis 12.1.2004 9.00 bis 22.00 Uhr, Eintritt frei Gasteig, Philharmonie,
Rosenheimerstr. München umbau_phase_2 ein fotografisches Projekt von Michael
Jochum |
Chemie
des Kleinsten: Bilder des Unsichtbaren Die Galerie f5,6 für fotografische
Kunst präsentiert den deutschen Fotografen Carl Strüwe (1898-1986),
den Wissenschaftler und Künstler Prof. Jürgen Brickmann (geb. 1939)
sowie die australische Künstlerin Stephanie Valentin (geb 1962).
Allen drei Künstlern gemeinsam ist die Beschäftigung mit der Ästhetik von
Mikrokosmen. Die Fotografie, die erst in jüngerer Zeit Anerkennung als eigene
Kunstform fand, versuchte bereits im 19. Jahrhundert die Bereiche Kunst
und die Wissenschaft zusammenzuführen. Carl Strüwe und Karl Blossfeldt (1865-1932)
wandten sich schon früh der Ablichtung von Dingen zu, die für das bloße
Auge nicht oder nur begrenzt sichtbar waren und “schöpften³ die Kunst aus
der Natur. Diese Ausstellung widmet sich der Auseinandersetzung der Fotografie
mit wissen-schaftlichen Themen beginnend bei den historischen Anfängen bis
in die heutige Zeit. Carl Strüwes Werk aus den späten 20er Jahren offenbart
ungewohnte Abbildungen unbekannter Objekte, die eine ganz eigene formale
Ästhetik aufweisen: Kristalle, Kieselalgen, Bakterien, Schuppen auf einem
Schmetterlingsflügel. Strüwe erkannte die Wichtigkeit, formale Strukturen
herauszuarbeiten und sie in die damals noch neue Form des bildlichen Rechtecks
zu überführen. Als Werkzeug diente dem Künstler neben der Kamera das Mikroskop.
Strüwe wird heute der Subjektiven Fotografie der 50er Jahre, insbesondere
dem Kreis um Otto Steinert, zugerechnet. (Pressetext; bis 8. November) |
Fotogorafie
boomt. Jetzt auch im Westend. Hier wie vieler Orten hat eine neue Galerie
für Fotografie aufgemacht. Die Galerie Wäcker & Jordanow (Gollierstr.
17) zeigt zur Eröffnung eine Retrospektive von Stefan Arczynski.
Architekturaufnahmen, Landschaftend und Porträts sind die Schwerpunkte
im Werk des polnischen Fotografen, der 1916 in Essen geboren wurde und heute
ein Wroclaw (Breslau) lebt. Charkteristisch ist sein ausgeprägtes Interesse
für Menschen und Bäume (die besonders!), deren Individualität
und unterschiedlichen Erscheinungsweisen er in umfassenden Motivreihen nachging.
(bis 23.10.) |
So
viel Fotografie wie dieses Jahr war selten zu sehen auf der Open Art. Mit
zu den witzigsten Bildern gehören die Fotografien von Alison Jackson
in der Galerie Oliver Schweden. Hier ist Lady Di wiederauferstanden und
zeigt dem staunenden Betrachter frech einen Stinkefinger. Getoppt wird dieses
unerhörte Verhalten noch von Prinz William (natürlich ein Double), der sich
schon mal im Tragen der Krone und des Umhangs probt. Sein Bild im angeschnittenen
Spiegelausschnitt lässt die Leiden eines jungen Prinzen erkennen,
der zweifelnd vor seinem jugendlichen Antlitz steht und im Umgang mit königlicher
Tracht offensichtlich noch nicht allzu geübt ist. Irritiert wird dieser
Anblick des unsicheren Königs aber vor allem dadurch, dass er unter dem
schönen Königsmantel nackt ist. "Oh hah", wie mag der Fotografin nur dieser
Schnappschuss geglückt sein! Genau darin liegt der Witz der Bilder: vor
jeder Fotografie fragt man sich insgeheim - ob der verblüffenden Ähnlichkeit
- ob nicht vielleicht doch tatsächlich Prinz William hier.... Dabei sind
nicht alle Bilder dieser Serie so geglückt, wie die Bilder der königlichen
Familie; Marilyn Monroe onanierend beispielweise mag nicht so recht überzeugen,
vielleicht weil das Bild von M. Monroe so fest im Kopf des bildverwöhnten
Betrachters ist, dass man sich nicht so schnell täuschen lässt. Sehenswert
ist die Ausstellung aber trotzdem allemal (bis 8. Nov., Gal. Oliver Schweden,
Damenstiftstr. 11). |
Eine
Becher-Schülerin, die aus der Reihe fällt, zeigt noch bis zum 30. Oktober
die Galerie Christa Burger. Katharina Mayer, die sowohl bei den Bechers
als auch bei Nan Hoover studiert hat, zeigt zwar auch die der Becher-Schule
eigene klare Linie, trotzdem fallen ihre Arbeiten aus dem Gesamtkonzept
der Düsseldorfer-Schule heraus. Katharina Mayer arbeitet mit Porträts
langhaariger Frauen, die sie im Bild zum Teil digital verdoppelt, um den
Betrachter angesichts dieser Verdoppelungen jedoch zu täuschen. Nicht alle
Frauen im Bild sind dem PC entsprungen, vielmehr handelt es sich um Frauen,
die Mayer zwar ähnlich gestylt hat, die aber doch noch jeweils ganz eigene
Züge zeigen und nur auf den ersten Blick wie geklont wirken. Anders als
die meisten Becher-Schüler arbeitet Katharina Mayer außerdem mit einer satten
Farbigkeit, da sie die Frauenporträts vor bunten Farbflächen ablichtet.
(Galerie Christa Burger, Theresienstr. 19, Eingang Fürstenstr.) |
Mit
dem Medium der Fotografie spielt der 1963 geborene Fotograf Thomas Wrede,
der noch bis zum 4. Oktober in der Galerie für Fotografische Kunst zu sehen
ist. In der Ausstellung sind Bilder zu sehen, in denen Wrede Fototapeten
abgelichtet hat und großflächige Reklameflächen, in denen Werbebilder übergroß
in den Alltag gesetzt sind. Die Serie "Domestic Landscapes" fördert
den gesamten Kitsch deutscher Einrichtungskunst zum Vorschein, wobei der
Effekt des Foto(tapeten)bildes im Foto nach dem dritten Bild relativ schnell
durchschaubar wird. Auch bei den Reklamebildern merkt man schnell, dass
das zuerst Wahrgenommene hinterfragt werden muss, allerdings sind die riesigen
Fotografien der "Pictures Worlds" so treffend ins Bild gesetzt, dass
hier der städtische Kontext ungebrochen interessant bleibt. Eine dritte
Serie, "Magic Worlds", zeigt menschenleere Freizeit- und Vergnügungsparks,
wobei sich die Parks in Deutschland befinden, und nicht - wie man auf den
ersten Blick glauben will - in den USA. Die Ausstellung ist unter dem Titel
"Landschaftsbilder" zusammengefasst, d.h. Wrede zeigt hier alle Facetten
von Landschaft, die erst bei genauem Hinsehen auch als solche wahrgenommen
wird. (Galerie f5,6, Luwigstr. 7, bis 4. Oktober) |
Schließlich
hat auch die Pinakothek der Moderne einiges an Fotografien aufzubieten,
allem voran eine große Ausstellung von Roland Fischer. Fischer, der
vor allem durch seine Kathedralbilder und Schwimmbadporträts bekannt ist,
stellt hier zwei weitere Porträtreihen und Fassadenbilder von berühmten
Hochhäusern aus (u. a das World Trade Center, La Défense oder die Bank of
Bangkok). Der Fotokünstler hat sich über die Jahre intensiv mit dem Thema
Porträt beschäftigt, und ist dabei von der Form des überlebensgroßen Porträts
zum Massenporträt mit über 400 Einzelaufnahmen gekommen. Die Massenporträts
von chinesischen Arbeitern, Militärs und Studenten verfolgen einen ähnlich
konzeptionellen Ansatz wie die Schwimmbad- und Mönchporträts, auch wenn
sie auf den ersten Blick das Individuum hinter der Masse scheinbar verschwinden
lassen. Erst bei genauerem Hinsehen fängt man an, die Individuen wahrzunehmen
und die 450 Personen jeweils für sich zu sehen. Genaues Hinsehen erfordern
auch die Kathedralbilder, die kaum erkennen lassen, dass hier eine Innenansicht
mit der Fassade der jeweiligen Kirche überblendet ist, weil beides sich
nahezu nahtlos ineinander fügt. |
BISS:
Architektur der Obdachlosigkeit: Eine Gastausstellung aller vier Sammlungen
in der Pinakothek der Moderne Die Fotografen Boris Mikhailov, Ulrike
Myrzik/Manfred Jarisch, Dayanita Singh, Wolfgang Tillmanns, John Vink und
Wolfgang Bellwinkel wurden von der Straßenzeitschrift BISS eingeladen,
über die Problematik der Wohnsitzlosen zu arbeiten. Die Ausstellung zeigt
nicht nur das soziale Elend und die Armut, sondern auch die Kreativität
und die Improvisationsfähigkeit, die von Obdachlosen entwickelt wird, um
in ihrer Situation zu überleben. (Pressetext, bis 21.09.2003).
Besonders schön ist auch der zur Ausstellung erschienene Katalog, der
zwar 26,- Euro kostet, dessen Erlös aber komplett an die Zeitschrift
BISS geht, was alles in allem eine hübsche Summe ergeben könnte,
da der Dumont Verlag den Katalog zum Selbstkostenpreis gedruckt hat. Eine
Investition also, die man durchaus tätigen kann, wenn man nicht zu
den regelmäßigen BISS-Käufern zählt. |
Ausstellungseröffnung
am 19. September 2003, Eröffnung um 22.30 Uhr
Der Münchner Fotograf Jörg Koopmann erzählt in seinen Arbeiten von vermeintlich
nebensächlichen Handlungen und Begegnungen seiner Mitmenschen. Sein Blick
konzentriert sich auf Details, die im Spannungsfeld ihrer Umgebung die alltägliche
Suche, Sehnsucht oder Liebe des Menschen andeuten. Unser Interesse weckt
in seinen klar komponierten Aufnahmen, die oft in fremden und exotischen
Gegenden dieser Welt entstehen, dabei bezeichnenderweise eher die fragile
Normalität der Szene als der Ort an sich. In der neuen Galerie präsentiert
er erstmals auch einige seiner Portraits. (Pressetext), Neue Galerie
Dachau, bis 2.11.03 |
Nur noch zwei Wochen
ist die Ausstellung "Das Auge und der Apparat" im Fotomuseum
im Münchner Stadtmuseum zu sehen. DieAusstellung zeigt eine Geschichte
der Fotografie aus den Sammlungen der Albertina in Wien, wobei sie
sich in folgende Kapitel gliedert: 1.) Die Tradition der Inszenierung
1840-1970, 2.) Das erste Jahrzehnt eines neuen Mediums 1839-1850, 3.)
Die erste Fotoausstellung im deutschen Sprachraum 1864, 4.) Der neue fotografische
Raum 1860-1931, 5.) Josef Maria Eder und die wissenschaftliche Fotografie
1855-1918, 6.) Die künstlerische Fotografie an der K.K. Grafischen Lehr-
und Versuchsanstalt 1888-1955, 7.) Der Langewiesche Verlag 1904-1960,
8.) Die Momentfotografie erobert die Stadt 1840-1980.
Besonders sehenswert sind dabei Kuriositäten wie eine frühe
Geisterfotografien oder Fotografien des Fotografen Josef Maria Eder. Auch
die nachgemachte Ausstellungshängung aus dem 19. Jahrhundert erlaubt
einen sonst eher unüblichen Blick auf alte Fotografien.
|
Absolut sehenswert
ist die Ausstellung von David Goldblatt im Kunstbau des Lenbachhauses.
Goldblatt (geb. 1930 in Randfontein, Südafrika) fotografierte vor
allem in den 1960er und 1970er Jahren in den Vororten, Orten und großen
Städten in Südafrika. In der Tradition der amerikanischen Sozialdokumentarfotografie
stehend, hat Goldblatt die Zustände in seinem Land festgehalten,
ohne direkt Kritik zu üben, aber mit dem Auge eines Kritikers (und
großartigen Fotografen). Zu Goldblatts Themen gehören Arbeiter
in den Goldminen, das Leben in den "homelands", die Folgen der
Modernisierung und vor allem die Verarmung der "schwarzen" Wohnviertel.
Die meisten der Bilder sind schwarzweiß, erst in neuerer Zeit hat
Goldblatt auch in Farbe fotografiert, wobei auch hier die Nähe zur
amerikanischen Fotografie, insbesondere zu William Eggleston spürbar
ist - obwohl andererseits Goldbaltts Bildsprache auch immer eine eigene
bleibt. .
Die Ausstellung, die noch bis zum 12.10. zu sehen ist, wurde vom Museu
d'Art Contemporain des Barcelona in Zusammenarbeit mit den Kuratoren Corinne
Diserens und Okwui Enwezor konzipiert.
|
Der
russische Fotokünstler Boris Mikhailov war in München mit
seinen oft derb-gesellschaftskritischen inszenierten Fotografien schon öfter
zu sehen. Zur Open Art wird eine Ausstellung von ihm in der Galerie Barbara
Gross eröffnet, zu der der Künstler zu einem noch nicht festgelegten
Termin auch anwesend sein wird.
Die Galerie zeigt Arbeiten aus der umfassenden Fotoserie Football, bestehend
aus 27 farbigen und schwarz weißen Fotos verschiedener Formate, sowie weitere
Bildserien des Künstlers. (bis 11. Oktober) |
Immer
häufiger suchen aktuelle Fotokünstler nach neuen Methoden des
Abbildens, der Entwicklung und des Präsentierens von Fotografie - häufig
unter Rückgriff auf altekannte Methoden. Auch Sofie Altendorfer
hat ein altes Verfahren neu belebt. In der Ausstellung Traumwelten” –
Eine Wellenlänge weiter wird "bei der Infrarot-Fotografie mit Hilfe
von speziellen Filtern und Filmmaterials das extrem langwellige, für den
Menschen nicht sichtbare Licht eingefangen. Durch professionelle Vergrößerungstechnik
zur Vollendung gebracht entsteht ein Ergebnis, welches an irreal wirkende
Traumgemälde erinnert: Die Gegenwart aus der Sicht einer anderen Wellenlänge."
Die Ausstellung ist ab dem 23. Mai in den Räumen von “Shogazi” zu sehen,
Hohenzollernstr. 93, Montag bis Freitag von 10:00 bis 20:00 Uhr und Samstags
von 10:00 bis 16:00 Uhr . |
Die Ausstellung "Roland Fischer" in der Pinakothek der
Moderne zeigt zentrale Werke aus dem Schaffen des 1958 geborenen Künstlers:
die Porträtserien der Nonnen und Mönche, die Fotografien von Hochhausfassaden,
die Montagen der Innen-und Außenansichten französischer Kathedralen sowie
einige Arbeiten seines jüngsten Projektes. In diesem geht es um den Versuch
für die Gattung des Porträts eine zeit-genössische Lösung von Individuum
und Massengesellschaft zu formulieren, exemplarisch ausgeführt in Porträts
von vier Bevölkerungsgruppen der Volksrepublik China (bis 9.11.03). |
Die Ausstellung „Auf der Spur von Arm und Reich” zeigt Fotos, die Kinder
und Jugendliche aus Einrichtungen des Kreisjugendrings gemacht haben. Sie
knipsten Armut und Reichtum aus Kinderperspektive. Festgehalten wurde die
Frauenkirche, eine weggeworfenen Eistüte oder eine Lotteriebude. Das Sozialreferat
stellt die Fotos aus vom 17. Juli bis 26. September, Montag bis Freitag,
8 bis18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, im Sozialreferat am Orleansplatz 11,
1. Stock. (Pressetext) |
Die
Reger Studios präsentierten nach
Daniel Mayer, Robert Voit, Sigrid Reinichs und Jörg Koopmann ihre aktuelle
Ausstellung mit den Arbeiten von Wolfgang Zurborn. "Bislang machte
Zurborn u.a. in Lodz/Polen, bei Photography Now/Berlin sowie auf den 6.
Internationalen Fototagen Herten von sich reden. 1991 zeigte er seineWerke
in einer Einzelausstellung im Münchner Fotomuseum. Wolfgang Zurborn
inszeniert mit seinen Fotoarbeiten Fragmente unserer Alltagswelt und des
öffentlichen Lebens. Er bedient sich als Fotograf einer besonderen
Ästhetik, die Vorder-, Mittel- und Hintergrund aufhebt. Gleichsam wie
im Film erzählen seine sich verschränkenden und überlagernden
Perspektiven eigene Geschichten, die die Wahrnehmung und das Vorstellungsvermögen
des Betrachters herausfordern. (Pressetext, bis 30. November) |
Obwohl
sie ja eigentlich aus Düsseldorf kommt, hat man in München häufig
die Gelegenheit die legendären Bechers und ihre Schüler zu sehen.
Zu den jüngsten Vertretern der Becher-Schule gehört Elger Esser,
der bis 2. August mit Arbeiten bei Rüdiger Schöttle zu sehen ist.
"Die Motive für seine großformatigen Landschaften und Stadtveduten
findet Esser vornehmlich in Frankreich und in Italien. Seine klaren, ausgewogenen
Kompositionen eröffnen einen Bildraum,der die Weite und Tiefe holländischer
Landschaftsbilder aus dem 17. Jahrhundert hat....Mit seiner Serie 'Capd'Antifer
-Ètretat' lädt Esser zu einem Spaziergang an der Küste
der Normandie ein. In der Wissenschaftssatire 'Boulevard und Pécuchet'
schickt Gustave Flaubert seine beiden Helden u.a. an die Kanalküste
zwischen Le Havre und Fécamp, die sich durch besonders spektaktuläre
Gesteinsformen auszeichnet und schon impressionistische Maler wie Claude
Monet zu Bildern anregte. Flaubert bat Guy de Maupassant, der aus dieser
Gegend stammt, um Skizzen und Beschreibungen. 130 Jahre später folgte
Elger Esser den Spuren von Maupassant mit seiner Kamera" (Galerie Rüdiger
Schöttle, Amalienstr. 41). |
Dem
Fotomuseum des Münchner Stadtmuseums ist im Dezember 2002 der Nachlass des
in München ansässig gewesenen Fotografen Vladimir Vinski (1946-1985) übergeben
worden.
Die Ausstellung von ca. 40 s/w Fotografien und 100 Farbdias wird in der
Kleinen Galerie des Fotomuseums gezeigt. Der Nachlass umfasst etwa 82.000
s/w Negative, die meist genau datiert sind, etwa 1.200 Abzüge und zwei Mappen
(Italien, München), darüber hinaus sind etwa 50.000 Farbdias übergeben worden.
Der Großteil des Nachlasses stammt aus den Jahren 1980-84, vorherige Produktionen
sind leider nicht mehr erhalten. Vladimir Vinski arbeitete in den 1970er
Jahren als Mode- und Werbefotograf für verschiedene Magazine und Zeitschriften
Europas, bevor er sich 1978 in München niederließ und sich der künstlerischen
Arbeit widmete. Sein Hauptmotiv war die Großstadt. Allerdings durchstreifte
er die Stadt nicht, um sich ihr anzunähern oder sie gar zu portraitieren,
vielmehr beschreiben seine Fotos eine Reaktion auf sie. In teilweise surreal
und absurd anmutenden Fotografien hielt er Bilder von pointierten Szenen
fest. Auf verschiedenen Veranstaltungen und Festen - etwa dem Oktoberfest
- hatte er Situationen beobachtet und festgehalten. Dabei integrierte er
oft Schriften von Plakaten oder Graffitis in den Szenen und kommentierte
so die ungestellten Situationen. (bis 15.06.) |
Keinesfalls
verpassen sollte man Don., den 22. Mai eine Kurzfilmreihe von Sharon
Lockhart im Filmmuseum. Sharon Lockhart gehört zu den Youngstars
der Inszenierten Fotografie. Sie arbeitet seit den 90er Jahren mit Film
und Fotografie, insofern, sie filmische Strukturen in Fotografie umsetzt
und umgekehrt. Zu ihren Filmen gehören sowohl hoch artifizielle Passagen
als auch dokumentarische Passagen, und zu ihren Vorbildern gehören
keine geringeren als Truffaut u.a. |
Noch
bis zum 9. Juni ist die Ausstellung „Warshots III – Irak” in der Städtischen
Galerie im Lenbachhaus, Luisenstraße 33, zu besichtigen. Das dreiteilige
Projekt Warshots von Matthias Wähner sammelt und collagiert Reaktionen
der virtuellen Welt auf Kriegsereignisse. Die Trilogie nahm 1999 während
des Kosovo-Krieges ihren Anfang, wurde 2001 während des Afghanistan-Krieges
fortgeführt und wird mit der hier vorgestellten Arbeit zum Irak-Krieg abgeschlossen.
Bereits Warshots I (gezeigt unter anderem in München, Kopenhagen und Belgrad)
dokumentierte das Problem der digitalen Abbildung, die immer mehr ins Fiktive
abgleitet. Im Internet tobte eine Propagandaschlacht, die von den Kombattanten
ebenso einsatzbereit geführt wurde wie von vermeintlich unbeteiligten Gruppierungen,
staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen oder Einzelpersonen wie
Noam Chomsky und Peter Handke. Jeder hatte Zugang zum Netz, jeder hatte
über alles eine Meinung, und alles wurde, ob wahr oder unwahr, veröffentlicht.
Es kursierten gefälschte Fotos, manipulierte Aufmarschpläne, Satellitenfotos,
die nichts oder alles zeigten, Anleitungen zum Umgang mit Panzerfäusten,
Interviews, die nie stattgefunden hatten oder vielleicht doch, Augenzeugenberichte,
die niemand bestätigen konnte, Prophezeiungen über den Dritten Weltkrieg
und so weiter. Interessanterweise beteiligten sich daran auch staatliche
Institutionen. Information oder Desinformation war das Thema – bezeichnend
der Vermerk auf der Website des damaligen oppositionellen und verbotenen
Radiosenders B 92: „Traue niemandem, nicht einmal uns.” (Pressetext) |
Das
Genre des Fotogramms schien zeitweise vergessen in der Fotografie, scheint
aber mit der aktuellen Ausstellung von Floris Neussüs "Anteidola"
in der Glyptothek eine Neubelebung erfahren zu haben. Neusüss hat vor
Ort Fotogramme der antiken Statuen gemacht. Die großformatigen Fotografien
(oder eben Fotogramme) muten dabei wie Scherenschnitte an und wirken seltsam
fremd vor der Kulisse antiker Skultpuren. Um so interessanter ist aber der
Kontrast zwischen Antike und zeitgenössischem Medium! Zwar hätten
sich die alten Griechen sicher nicht träumen lassen, dass ihre Skulpturen
einmal einen solch modernen Niederschlag finden würde, aber die Ausstellung
zeigt, dass das antike Grundverständnis von Proportionen und Formen
heute aktueller denn je ist. (bis 29. Juni 03) |
Das Amerika Haus ist
dieser Tage nicht unbedingt der Ort, den man gerne aufsucht, aber vielleicht
kann der Blick des Künstlers helfen, die Abgründe zwischem europäischem
und amerikanischem Selbstverständnis zu schließen - soweit
das mit Porträts möglich ist.
Reiner Leist fotografische Langzeitstudie "American Portraits"
dokumentiert in einzigartiger Weise Amerika und seine Leute. Im Zeitraum
von 1994-2000 bereiste Leist flächendeckend die USA, um seine Erwartungen
als Europäer mit den vielen Klischees von Freiheitsstatue und Cowboys,
von Baseball und Hollywood systematisch mit der Realität, wie er
sie erlebte, zu konfrontieren. Dazu suchte er über 100 Menschen,
teils einfache Bürger, teils bekannte Persönlichkeiten wie Henry
Kissinger auf. Er bat sie um eine Foto aus ihrer Kindheit, dem er dann
ein Porträt von heute gegenüberstellte.
Begleitet werden diese Bilder von persönlichen Erzählungen der
Porträtierten. (Pressetext/ bis 30. Mai, Amerikahaus)
|
aktuell
--- aktuell --- aktuell: Die Galerie Rüdiger Schöttle (Amalienstr.
41) lädt am 29. April, von 19.00 bis 21.oo zu einem Vortrag mit anschließender
Podiumsdiskussion ein. Aus aktuellem Anlass -die in der Ausstellung gezeigte
Becher-Schülerin Candida Höfer bespielt den deutschen Pavillon
der Biennale in Venedig - spricht Anne Ganteführer-Trier aus Köln,
Diskussionsteilnehmer sind Heinz Schütz, Inka Graeve-Ingelmann, Florian
Matzner und Holger Liebs |
Die
Porträts von Loretta Lux konfrontieren den Betrachter mit einer gänzlich
inszenierten Realität, die nicht einordenbar scheint. Die Künstlerin porträtiert
weder Jugend noch Erwachsensein, weder Lebenslust noch Traurigkeit. Ihre
Porträtierten, meist Kinder mit heller Alabasterhaut und somnambulen Blick,
halten sich in einer für den Betrachter nicht greifbaren Sphäre auf. Behutsam
wird er gezwungen sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ihre Arbeiten sind
keine Schnappschüsse, jede Geste und jede Pose ist perfekt inszeniert und
bis ins kleinste Detail durchdacht. Die Bildhintergründe der Werke variieren
von schlichten Interieurs über karge bis romantisch anmutende Landschaften,
die an Ansichten aus dem 19. Jahrhundert von Caspar David Friedrich oder
sogar an die holländische Malerei um Jan van Eyck und Rogier van der Weyden
erinnern. (Pressetext), Galerie F5,6 (Ludwigstr. 7) |
Freunde
der Inszenierten Fotografie kommen in diesem Monat ganz auf ihre Kosten.
Neben den Porträts von Loretta Lux (s. oben) zeigt die Galerie
Objekte Maurer (Kurfürstenstr. 17) eine Ausstellung mit insgesamt
15 Künstlern, die sich ganz der Inszenierten Fotokunst verschrieben
haben. Neben Altmeistern des Inszenierten Bildes - David Levinthal, Sandy
Skoglund, Arthur Tress u. a. - sind auch jüngere Künstler
zu sehen, die erst in den 90er Jahren begonnen haben, ihre Bilder "in
Szene zu setzen". Kuratiert wird die Ausstellung von Michael Köhler,
der bereits in den 80er Jahren eine große Ausstellung mit dem Titel
"Das Konstruierte Bild" kuratierte und damit dieser neuen Fotorichtung
in Deutschland Tür und Tor öffnete. Folgerichtig zeigt die Ausstellung
Tableaus, Prints, Mappen und Einzel-Editionen seit den 1980er Jahren, mit
Ausblick auf die aktuelle Fotokunst (u.a. Martin Liebscher) |
Keine
fertige Ausstellung, sondern work in progress ist die Arbeit
von Michael Jochum im Gasteig. umbau_phase
wird den Veränderungsprozess im Gasteig aus künstlerischer Sicht
begleiten. Die Bildpräsentationen des Umbaus werden in mehreren Phasen
an verschiedenen Orten des Hauses ausgestellt. |
Passend
zum Frühlingsbeginn heisst die aktuelle Ausstellung in der Luitpold
Lounge Springtime. In Kooperation mit der Blumenbar ziehen in die
Luitpold Lounge das Wort und die Literatur ein. "Arbeiten von acht
Bildenden Künstlern eröffnen Assoziationsräume, die mit Schönheit
verführen und mit Witz und Ironie zugleich irritieren." Gezeigt
werden Arbeiten von A.T. Birkenholz, Graham Gillmore, Heribert Heindl, Johannes
Muggenthalter, Valio Tchenkov und Georg Trenz. Jeden Mittwoch abend gibt
es dazu ein literarisches Begleitprogramm mit Frank Schuulz, Fridolin Schley
u.a. |
KEIN
KRIEG - NIRGENDS Eine Fotoinstallation von Regina Schmeken am Löwenturm
in München ( vom 15. April bis Mitte Mai ) Die Fotoarbeit "Kein Krieg -
nirgends" bezieht sich zunächst auf die jüngsten Proteste gegen den Krieg
im Irak. Die oft sehr jungen Menschen, die sich gegen diesen Krieg engagiert
haben, zeigen das Bild einer Generation, die man so nicht kannte, die man
eher für unpolitisch oder gar desinteressiert am Weltgeschehen hielt. Umso
mehr hat ihre Reaktion uns positiv überrascht: wochenlang wurde demonstriert,
um dem Protest Nachdruck zu verleihen, hat man ihn sich oft auch auf die
Haut und ins Gesicht geschrieben. Über diesen aktuellen Bezug hinaus ist
die Arbeit eine Hommage an den Menschen, der den Mut und den Willen hat
sich (auch öffentlich) zu artikulieren, seinen Standpunkt zu vertreten,
ihn zu verteidigen und dafür einzustehen. |
Endlich
gibt es auch für Fotografie ein Themenportal, und zwar weniger
für Fotografen als für Kunst- und Fotohistoriker. Seit dem 7.
März gibt es unter der Adresse http://www.photographie.historicum.net/
ein Kommunikationsknotenpunkt für Forschungen zur Geschichte der Fotografie.
"Ziel ist es universitären Wissenschaft mit den Forschungen an
Museen und anderen ausseruniversitären Einrichtungen zu verbinden und
ein gemeinsames Forum für alle Wissenschaftler im Bereich der Fotografie
zu schaffen." |
Künstler
(weniger Künstlerinnen) und Porno scheint ein beliebtes Thema zu sein.
Kaum ein Künstler in dessen (Früh)Werk sich nicht die Be- und
Verarbeitung von Pornobilchern findet. "Komisch", denkt die Frau,
"Nicht ungewöhnlich" denkt der Mann. Auch Thomas Ruff hat
die Vorlagen für seine Fotoarbeiten "Nudes" aus dem Internet bezogen.
Auf sogenannten thumb-nail galleries wird ein großes Spektrum von
sexuellen Praktiken und Vorlieben angeboten. Ruff hat mit Weichzeichner
und Bewegungsunschärfen die Bilder verändert, die Pixelanzahl und das
Format der ursprünglichen Aufnahmen extrem vergrößert und die Farbigkeit
variiert. Schön bunt ist das Ergebnis! Zusammen mit den "Substrates"
ist eine kleine Auswahl dieser Bilder noch bis zum 15. März in der
Galerie Rüdiger Schöttle zu sehen. (die Abbildung entstammt dem
Internet! und ist nicht in der Ausstellung zu sehen) |
Die
5. SCHACHTEL liess lange auf sich warten, aber am 22. März wird sie
- wie gehabt - als Themenschachtel zu dem "Unheimlichen in der Fotografie"
präsentiert. Zum 5. Mal wurden verschiedene Künstler eingeladen,
sich zu einem Thema mit einem Beitrag künstlerisch zu äußern:
dabei beschränkt sich die Gattung diesmal auf Fotografie (u. Fotoobjekte)
und das Thema auf das Unheimliche. Präsentiert wird die Schachtel ab
19 Uhr im Bunker unter dem Jakobsplatz (!), Eingang Corneliusstr./St.Jakob-Platz.
Zu den beteiligten SCHACHTEL-Künstlern gehören Andrea Birner,
Lisa Castagner, Christiane Fleißner, Yvonne Leinfelder, Martin Klein,
Neil Chapman/Steve Claydon, Petra Gerschner, Armin Smailovic, Jörg
Koopmann, Jens Kabisch und John Hanson. Das Rahmenprogramm gestalten Tom
Früchtl mit einer Klang-Performance, Gotlind Timmermanns und Victor
Curtis mit einer Rauminstallation, Olaf Breuning mit dem DVD "Ugly
Yelp" und Jens Kabisch mit einem Vortrag über Serienmörder.
Informationen unter 089/260 266 79. |
Der
Deutsche Pavillon der Biennale in Venedig wird dieses Jahr von Candida Höfer
bespielt (zusammen mit Martin Kippenberger). Die Fotografin (geb. 1944),
die zur ersten Generation der Becher-Schüler zählt, setzt wie
ihre einstigen Mitschüler auf klare, sachliche Fotografien. Bibliotheksinnenräume,
die Bürger von Calais, Zooansichten o.ä. geben den Blick frei
auf eine unspektaktuläre, uninszenierte Welt. In den menschenleeren
Fotografien rückt die Architektur in den Vordergrund "im Spannungsfeld
von Funktion, Utopie und Ästhetik". Wer sich schon vor der Biennale
einen Eindruck von Höfers Bildern verschaffen will, hat dazu ab dem
21. März Gelegenheit in der Galerie Rüdiger Schöttle (Amalienstr.
41, Rgb.). |
Der
von der Architekturfotografie kommende Johannes Seyerlein, der u.a.
an der Akademie der bildenden Künste, München ein Aufbaustudium bei Prof.
Förg absolviert, setzt in seiner Arbeit vor allem in letzter Zeit den Schwerpunkt
auf Architektur im medizinischen Bereich. Einen Teil seiner Arbeit stellt
Seyerlein nun vom 21. März bis 18. April (Karfreitag) in der Kreuzkirche
an der Hiltenspergerstr. 55 aus. Unter dem Titel “Ein Ort der Verabredung"
zeigt Seyerlein zwei großformatige Arbeiten sowie zehn Werke im Format 60x80
cm. Johannes Seyerlein ist bei diesem Projekt auf die Ontologie der Fotografie
konzentriert. (Pressetext) |
Der
nächste glossy-Abend von Jörg Koopmann und Martin Fengel findet
am 26. März, 19 Uhr, in dem neuen Ausstellungsraum der Luitpold Lounge (Briennerstr.
13) statt. |
Am
Donnerstag, den 20. Februar eröffnet an prominenter Stelle (Ludwigstr. 7)
eine neue Galerie, die „fotografische Kunst, von abstrakter Fotografie,
über Porträts, Landschafts- u. Dokumentarfotografie bis hin zu Mode- u.
Aktfotografien„ vertritt und dabei „insbesondere zeitgenössischen Tendenzen
der fotografischen Kunst Aufmerksamkeit schenkt, ohne dabei jedoch die geschichtliche
Entwicklung des Mediums außer Acht zu lassen.„ Gezeigt werden „hauptsächlich
junge, aber auch etablierte Künstler„. Laut Programm ist also alles
möglich, das kann zum Vorteil als auch zum Nachteil werden, lohnt für den
Fotointeressierten aber ganz sicher der Beobachtung. F 5,6 (= mittlere Blende
des Objektivs und Name der Galerie) eröffnet die erste Ausstellung mit einer
Gruppenshow der drei Londoner Fotokünstler Antonio Azuaga, Richard
Caldicott und Roderick Packe, deren „Lichtzeichnungen„ (so der
Titel der Ausstellung) an abstrakte Malerei erinnern, obwohl sie auf fotografischem
Wege entstanden sind (bis 30. April, Kontakt: 089/28675167) |
"Selbstgespräch"
mit Sam Taylor-Wood, Tracey Moffatt und Rineke Dijkstra
ist die erste Ausstellung der neuen Konservatorin für Fotografie und Neue
Medien, Inka Graeve Ingelmann, in der Pinakothek der Moderne. Aus jeweils
zwei Zyklen der drei zeitgenössischen Fotografinnen sind mittel- bis großformatige
Fotografien zu sehen, die anschaulich die jeweilige fotografische Position
wiedergeben. Tracey Moffatt vertritt in erster Linie den fotografischen
Stil-Pluralismus. Während sich ihre Serie "Scarred for Life" vor allem am
amerikanischen Life-Magazin orientiert, zeigt "Up in the Sky" von 1997 die
Auseinandersetzung mit der australischen Kultur im narrativen Kontext. Sam
Taylor-Wood nimmt - ebenfalls im Sinne der Stilpluralität - Bezug auf den
Film ("8 revolutionary seconds") und an Meisterwerken der Malerei ("Soliloquy").
Rineke Dijkstra schließlich fragt mit ihren Porträts von Jugendlichen am
Strand u.a. nach sozialen Unterschieden, die trotz gleichbleibender Kulisse,
die Jungen und Mädchen in ihrer Körperhaltung und Mimik zum Ausdruck bringen.
(bis 20.03.03) |
Erneut
bietet die Münchner Volkshochschule wieder einige interessante Kurse, Filme
und Vorträge für Foto- und Filmfreunde. Eine kleine Auswahl: Nach dem Film
über August Sander im vergangenen Herbst gibt es erneut einen Film von Reiner
Holzemer über einen Meister der Fotografie. Diesmal ist Holzemer auf den
Spuren von Walker Evans, den amerikanischen Dokumentarfilmer, der
die Folgen der Depression in der amerikanischen Landbevölkerung einfühlsam
und doch sachlich festgehalten hat (18. März 2003, 20.00 Uhr, Gasteig).
Weiterhin sind zwei Vorträge der MVHS besonders hervorzuheben: am 29. April
spricht Dieter Hinrichs über die "Fotografien in der zeitgenössischen
Kunst" mit Beispielen aus der Performance- und Body Art, der Konzept Kunst
oder Land Art und am 21. Mai stellt Michael Wesely seine Arbeit vor
(jeweils 20.00 Uhr, Gasteig). Einblick in die Sammlung des Fotomuseums bietet
ein Rundgang mit Ulrich Pohlmann, Ivo Kranzfelder und Birgit Joos, jeweils
Mittwochs (15.00 bis 18.00) vom 14.5. bis 28.5. Fotografisches Basiswissen
vermitteln zahlreiche Kurse zur Fototechnik, zur Theaterfotografie und zum
fotografischen Sehen, u.a. gehalten von Volker Derlath, Oliver Soulas, Zoltán
Jókay u.a. Information und Anmeldung (ab 16. Feb.) bei der MVHS im Gasteig
unter 089/48006-239. |