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jahresausstellung der kunstakademie in münchen
besprechung
Dann hinunter in den Keller. Hier der mehr als beeindruckende Raum, der von der Klasse Willikens gestaltet wird. Obgleich nicht ganz verständlich, was die vielen Stühle in der monumentalen Apsis zu suchen haben, ist der Gesamteindruck überwältigend. Vom Großen zum Kleinen, zur Klasse Prangenberg. Einem Gemischtwarenhandel gleich stapeln sich hier die Arbeiten der Studenten. Doch das genaue Hinsehen lohnt sich, lässt sich doch hier wie dort eine witzige Arbeit entdecken.
Wie anders dagegen das Dachgeschoss. Allein die Restaurierung des Daches und die damit neu entstandenen Räume lohnen ein Besuch. Man möchte eigentlich kein Wort über die dort ausgestellten Arbeiten verlieren, doch man muss die Leute ja warnen. Wenn es wie auch immer möglich sein sollte, so sollte man um das Dachgeschoss einen großen Bogen schlagen. Denn die Arbeiten, vor allem aus der Klasse Kasseböhmer, sind zum Himmel schreiend schlecht. Erst wieder ein Stockwerk tiefer beruhigt man sich. Hier finden sich die Arbeiten aus den Klassen Baschang, Sauerbruch und Co. Nichts neues, dafür aber auch nichts enttäuschendes.
Die Akademie unterzieht sich einem Strukturwandel, keinem großen, aber einem doch deutlich fühlbaren. Alte Professoren, die über ein Jahrzehnt gelehrt haben, gehen, neue kommen nach. Gerade in den Klassen der neueren Professoren zeigen sich auch neue Ideen. Innovativer, aggressiver und witziger wirken die Arbeiten jener Studenten, deren Ziehväter noch nicht von den Bequemlichkeiten jahrelanger Gehälter verstaubt sind. Leider zeigt sich auch an der Akademie der Bildenden Künste, dass ein schneller Wechsel beim Lerkörper für frischen Wind sorgt.
alescha birkenholz