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„Ohne Zweifel ist die Welt eine völlig imaginäre, aber

Bedauerlicherweise hat ein achter Photograph keinen Platz mehr im Reigen gefunden. Die Arbeiten von Andreas Mader hängen fernab in der sog. „Eingangsgalerie“ zwischen Treppenhaus und Aufzug. Die Trennung von der Sehweise der anderen vollzieht sich aber auch durch sein Werk, das er mit dem Titel „Die eigene Haut“ überschrieb (nach John Berger). Photographiert hat er seine Freunde, die Menschen mit denen er lebt. Sie schlafen, lachen, starren in die Leere, sehen in die Kamera. Der Photograph spiegelt sich in ihrem Angesicht wider: sie sind er, seine Welt; verändert er sich, verändern sie sich mit ihm. Der intimen Selbstbespiegelung liegt ein Buch bei, das poetische Briefe an die Dargestellten enthält. Das unangenehme Gefühl, in private Sphären eingedrungen zu sein vertauscht sich mit der Zeit in Einsicht: Nicht „nur“ seine Sicht der Welt, sondern den Photographen lernt man kennen.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der konzeptionell nicht nur dokumentieren, sondern auch als Buch funktionieren soll. Jeder Photograph hatte bei der Auswahl seiner Arbeiten freie Hand. Museal ungewöhnlich ist auch der beigegebene Essay des Filmkritikers Michael Althen, der die Werke von einer subjektiven Perspektive aus beleuchtet.

Die Ausstellung ist bis zum 7.September im Münchner Stadtmuseum am Jakobsplatz zu sehen. Der Katalog kostet 28,- DM.

Ein Großteil der Photographen sind im übrigen auch bei der Ausstellung „contemporary german photography“, die derzeit in der Galerie Wittenbrink in München zu sehen ist, mit Werken vertreten.