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schon gesehen?
Und schon macht sich Zumbusch an die Arbeit. Für die Stufen des Sockels wählt er Granitsyenit aus Weißenstadt, für den Sockel selbst mattroten Meißner Granit. Das Postament stellt er auf einen achteckigen Grundriß und setzt an jede zweite Seite eine allegorische Figur. In die Richtung des Maximilianeums läßt er die Stärke blicken. Zumbusch stellt sie in der Figur eines Kriegers dar und legt unter ihre Beine einen Löwen. An der entgegengesetzten Seite sitzt der Frieden und trägt einen Palmenzweig und ein Füllhorn. Die Kleine Komödie am Max II bewacht die Freiheit mit ihrer Fackel und in Richtung Süden blickt die Gerechtigkeit. Sie bringt ein Schwert und ein Gesetzbuch mit.
Aber
trotz aller Mühe, die sich Zumbusch mit diesem Monument
gegeben hat, sind die Münchner nicht so recht glücklich.
Schließlich findet der Betrachter kaum einen ruhigen Platz,
an dem er das Denkmal in ganzer Größe betrachten kann.
Zur Zeit Zumbuschs war das allerdings kein Kriterium. Es ging
ihm vielmehr darum, das Denkmal an einen öffentlichen Ort
zu stellen, an dem es auch von allen gesehen und bewundert werden
konnte. Hiermit orientierte er sich an den Bedürfnissen
der Bevölkerung; immerhin war es für sie noch eine
Heldentat, an einem Befreiungskrieg teilgenommen zu haben. Deshalb
setzte es sich mehr und mehr durch, daß auch Feldherren
ein solches Denkmal erhielten.
Trotzdem zog auch das Denkmal
selbst einige Kritik auf sich. So war z.B. Hans Karlinger der
Meinung, daß Zumbusch jedes Gefühl für die Tektonik
verloren hätte. Die Silhouette sei unruhig und die Proportionen
würden nicht überein stimmen, sie seien nicht harmonisch.
Oft wird an Zumbuschs Denkmal auch eine gewisse Unentschlossenheit
bemängelt, die nun überhaupt nicht zu der damaligen
Zeit passen wollte, sondern die eher einen neubarocken Charakter
hätte. Vielleicht wäre es diesen Kritikern lieber gewesen,
wenn Zumbusch doch die Akademie besucht hätte.