Auch wenn die Ausstellungen im Lenbachhaus ein bißchen
nach dem Schema F gehangen werden (im 1. Raum rechts die frühen
Jahre, dann wandert man chronologisch durch die Räume bis
man im linken Saal zu den späten Ölgemälden kommt,
so gesehen bei Christian Schad u. v. m.) sollte man sich die
überwiegend aus Zeichungen bestehende
Rudolf Schlichter-Ausstellung ansehen. Wer hier noch
vor kurzem "Christian Schad" gesehen hat, kann so sein Bild von
der Malerei der Neuen Sachlichkeit sehr schön ergänzen.
Wer wissen möchte, wohin (u. a.) die Gelder des Kulturreferats
fließen, sollte sich die Förderpreisausstellung in
der Lothringerstraße angucken. Hier werden die von einer
Jury vorgeschlagenen Förderpreisträger aus den Bereichen
Architektur, Malerei, Fotografie und angewandte Kunst mit einigen
ihrer Arbeiten vorgestellt. Interessant ist die diesjährige
Dominanz von Fotografie (die letztes Jahr noch etwas schwach
vertreten war) wohingegen die Malerei nur mit einem Künstler
vertreten ist. Wirklich aufregend sind die Fotoarbeiten von
Adidal Abou-Chamat. Wenn man auch nur unter Schmerzen hingucken
kann, eröffnen sie wahrhaft neue Perspektiven auf die Haut
von Mensch und Tier !
Und wer schon mal bis in die Lothringerstraße vorgedrungen
ist, sollte sich auch gleich den Spiegel und das Archiv anschauen.
Im Spiegel wird zur Zeit eine Installation von Lisa Endriss und
Petra Gerschner gezeigt ("intentional entrances"). Dabei ist
es interessant zu sehen, wie unterschiedlich das von den Räumlichkeiten
vorgegebene venezianische Glas immer wieder neu in die aktuellen
Installationen miteinbezogen wird.
Am Sonntag den 29.3.98 findet im Gasteig ein Kunstsonntag zu
Camille Claudel statt. Um 11.00 Uhr spricht Dr. Petronella Protting
über die französische Bildhauerin und zeitweilige Lebensgefährtin
von Auguste Rodin; um 14.00 Uhr wird der Film "Camille Claudel"
(1988) mit Isabelle Adjani und G. Depardieu gezeigt.
Schon diese Woche gibt es wieder eine Neueröffnung - allerdings
einer "alten": die Galerie Six Friedrich eröffnet in der
Steinheilstraße 18 ihren neuen Galerieräume. Erweitert
wurde der Name, an Six Friedrich hängt noch Lisa Ungar dran.
Am 26.März wird gleichzeitig mit der Galerie die Ausstellung
von Beatrix von Hagen "Ganze Sätze über den Alltag"
um 18 Uhr für den Besucheransturm freigegeben.