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vom traum endlich berühmt zu sein
besprechung
Knabenalter - Mannesalter - Greisenalter: Traum - Wunsch - Einsicht.
Schon immer wurde gerne gedrittelt, und so lässt sich denn auch das
menschliche Leben in drei wesentliche Abschnitte unterteilen. Erstaunlicher
Weise kommt tatsächlich jedem dieser drei Lebensabschnitte eine gewisse
Eigentümlichkeit zu. Und so ist es für den reifen, ausgewachsenen
Menschen auch typisch, dass er am Anfang seiner Kariere nach Ruhm
strebt. Denn niemand möchte ein Irgendjemand bleiben, sondern
Anerkennung finden. Diesem Wunsch entgegenkommend hat die Gesellschaft
verschiedenen Formen von Anerkennungssymbole erfunden: Medaillen werden
umgehängt, Ehrentitel verliehen, Podeste zur Verfügung gestellt. Diese
Form der Auszeichnung, der gesellschaftlichen Anerkennung von individuell
errungenem Ruhm ist das Thema, das Christian Dobmeier seit seinem
Studium an der Münchner Akademie beschäftigt. Dass er sich dabei selber
zur Projektionsfläche macht, ist nicht nur konsequent, sondern verleiht
seinen Arbeiten zudem auch Unmittelbarkeit und Witz.
Auch goldene Schokoladetaler gehören zur dieser Überhöhung des Alltäglichen. In Cäsarischer Pose hat Dobmeier auf der einen Seite der Medaille sein Ebenbild in das Stanniol prägen lassen, während auf der anderen Dob 2000 zu lesen ist. Hätte jeder genügend solcher Münzen seines eigenen Konterfeis bei sich, könnte er nicht nur stolz sein eigenes Abbild in der Öffentlichkeit verbreiten, sondern wäre auch vor dem gefürchteten Attacken des Unterzuckers gefeit.
Auch wenn die Ausstellung "Der Traum vom Ruhm" noch nicht in den ehrwürdigen Räumen einer Galerie oder gar in den heiligen Hallen eines Museums zu sehen ist, sondern sich noch unter das breite Volk mischt, so lädt doch der heitere und unvoreingenommene Blick Dobmeiers zum Schmunzeln über die eigenen Ambitionen ein. Und vielleicht nimmt er auch dem einen oder anderen etwas vom verbissenen Ehrgeiz, einmal ganz berühmt werden zu müssen.