Film
Die Sammler und die Sammlerin
Les glaneurs et la glaneuse
Synopsis
» Les glaneurs et la glaneuse ist ein Wunder an Freiheit und Genauigkeit, Neugier und Geduld, Verspieltheit und Zärtlichkeit. Die Regisseurin von Vogelfrei und Cléo von 5-7 beginnt mit François Millets berühmtem Bild von den Kartoffelklauberinnen und kommt von dort vom Hundertsten ins Tausendste – oder eigentlich eher umgekehrt: Sie kommt ihrem Thema immer näher, indem sie es immer weiter fasst und zeichnet am Ende ein Bild unserer (Wegwerf-)Gesellschaft, das im gleichen Maße poetisch wie politisch ist. Sie beginnt mit der Erkenntnis, dass Erntemaschinen die mühselige Kartoffelernte von Hand überflüssig gemacht haben. Aber dann stellt sie fest, dass es das durchaus noch gibt, wenngleich in anderem Zusammenhang. Abseits der Konsumgesellschaft gibt es immer noch Leute, die sich bücken und die Reste auflesen. Sie wühlen in den Abfällen der Wochenmärkte, durchsuchen die Mülltonnen hinter den Supermärkten, pflücken, was bei der Ernte übersehen wurde. Varda findet ihre Helden auf Obstplantagen, auf Müllkippen und Schrottplätzen. Godard hat einmal behauptet, er habe seinen Film auf dem Schrottplatz gefunden – Varda nimmt ihn beim Wort. Mit ihrer kleinen Kamera zieht sie los und liest ihren Film sozusagen von der Straße auf. Das ist keine Sozialreportage, sondern eine Reflexion über eine Gesellschaft, die von dem lebt, was durch den Rost fällt. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, was für Geschichten sich auf der Unterseite des Kartoffelklauber-Bildes finden – man muss sich nur bücken. Ein Film voller Lebendigkeit, voller Zugewandtheit zum Leben.« (Michael Althen) »Searching for gleaners who live on discarded or stray food, Agnès Varda comes upon the most remarkable people. A bartender used to gather the grain that was left after the harvest, as nothing should be wasted. After the picking, winegrowers are also visited by people that want to take home the scraps that were not gathered. One of those winegrowers turns out to lead a double life as a psychoanalyst, having developed his own anti-ego philosophy. A chef with a Michelin star can often be found in the hills, gathering ripe fruit and fresh herbs that he uses in his kitchen the same day. He believes in the idea that we should treat food with respect. Nevertheless, there are many potato growers who throw away piles of spuds because they are too large or malformed. Still, they make great food, a number of floaters think, who also come across a tasty drumstick in a restaurant container to complete their meal. Agnès Varda films them jocularly and affectionately and does not shrink from following side tracks when she encounters something interesting. Like the small clock without hands that is perfect in her eyes, because it does not indicate the time. Sometimes, she suddenly dwells on her advanced age with self-mockery or she films her one hand with the other, turning the film into a disguised self-portrait. Filming is gleaning, too. Produktion: Agnès Varda, Ciné-Tamaris, 88 rue Daguerre, 75014 Paris, Frankreich, Tel. ++43 22 66 00, Fax ++ 43 21 75 00 Uraufführung: Paris 2000 Weltrechte: Ciné-Tamaris Preise: Golden Hugo in Chicago, Publikumspreis in Montréal, Golden Alexander in Thessaloniki, Specialpreis in Kalamata, ›Prix Arte du meilleur documentarie européen‹ in Paris, ›Prix Meliès‹ in Frankreich u.a. BIO-Filmographie Agnès Varda Geboren 1928 in Brüssel. Studium der Kunstgeschichte an der Louvre-Schule und an der Sorbonne. Beginnt sich für Fotografie zu interessieren und wird 1951 offizielle Fotografin des Théâtre National Populaire. 1954 dreht sie ihren ersten Kurzfilm, La pointe courte, und wird in der Folge zu einer der führenden Vertreterinnen der Nouvelle Vague. Ihre Filme sind stark von sozialem und politischem Engagement geprägt. Filme (Auswahl): 1954 La pointe courte 1957 Ô saisons, Ô chateaux 1958 Du Côté De La Côté 1961 Cléo de 5 à 7 1963 salut les cubains 1964 Le bonheur 1966 Les creatures 1967 Loin du vietnam 1968 Black Panthers 1969 Lions Love 1970 Nausicaa 1975 Daguerreotypes 1976 Plaisir d’amour en Iran 1977 L’une chante, l’autre pas 1980 Mur murs 1982 Ulysse 1983 Une minute pour une image 1984 Les dites-cariatides 1985 Sans toit ni loi 1986 T'as de beaux escaliers, tu sais 1987 Jane B. par Agnès V. 1987 Kung-fu Master 1990 Jacquot de Nantes 1992 Vagabond 1992 Les demoiselles ont eu 25 ans Les cent et une nuit 1993-95 The Universe of Jaques Demy 1999-2000 Les glaneurs et la glaneuse « (16. Internationales Dokumentarfilmfestival München)
Kinoprogramm München
| Cinema | Dates | Times | Note |
|---|---|---|---|
| Filmmuseum München | 2026-05-02, 2026-05-05 | Sa. 18:00; Di. 21:00 | OmeU |