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Review

Die Höhle des gelben Hundes

Eine mongo­li­sche Noma­den­fa­milie, deren Leben durch ein Tier verändert wird: Regis­seurin Byam­ba­suren Davaa hängt an diesem Motiv. Anders als ihr oscar­no­mi­nierter Doku­men­tar­film Die Geschichte vom weinenden Kamel erzählt ihr neues Werk Die Höhle des gelben Hundes aber eine fiktive Geschichte.

Der Film handelt von dem kleinen Mädchen Nansal, das einen Vier­beiner aufsam­melt, ins Herz schließt und gegen den Willen ihres Vaters behalten will. Am Ende spielt der kleine Hund »Zochor« eine wichtige Rolle für das Fort­be­stehen der fünf­köp­figen Familie.

Es ist keine große Geschichte, die hier mit leisem Humor erzählt wird: Sie handelt vom Alltag einer Noma­den­fa­milie, die von der Schaf­zucht lebt, ihre Tradi­tionen pflegt und zum Schluss weiter­zieht in eine ungewisse Zukunft. Es geht aber auch um den Wandel und die Spannung zwischen der tradi­tio­nellen und einer moder­neren Lebens­weise: Nansal ist nur in den Ferien bei ihrer Familie und besucht sonst die Schule in der Stadt, und der Vater besitzt ein Motorrad. Trotzdem wirkt der Jeep, der den Weg der Nomaden kreuzt und über Laut­spre­cher Wahl­wer­bung macht, wie ein Fremd­körper in einer beinah archai­schen Welt.

Davaa bedient sich auch bei der Die Höhle des gelben Hundes vieler Mittel aus dem Doku­men­tar­film: So gibt es fast stilleben-artige Bilder der kargen Land­schaft und werden die alltäg­li­chen Arbeiten wie das Feuer­ma­chen aus Dung minutiös einge­fangen. Kame­ra­mann Daniel Schönauer gelingen wunder­bare Aufnahmen, wie zum Beispiel das Spiel von Licht und Schatten innerhalb eines Zeltes, oder die wech­selnden Perspek­tiven beim Blick auf die Natur. Die Kamera verharrt lange auf den Gesich­tern, fährt ganz nahe an sie heran und studiert sie förmlich. Dass die Schau­spieler so authen­tisch wirken liegt daran, dass sie nicht in einer fremden Welt agieren sie spielen sich selbst.

Die Höhle des gelben Hundes ist ein poeti­scher Film, der ohne Sozi­al­ro­mantik und Kitsch auskommt. Welt­be­we­gend ist er nicht. Gerade das macht ihn so rührend.