kunst_article
foto spezial - archiv 1999
Das die finnische
Fotokunst durchaus zu den Highlights europäischer Fotografie zählt,
wissen wir spätestens seit der Ausstellung von Esko Männikkö
im Lenbachhaus. Wie sein berühmter Landsmann beschäftigt sich
auch der finnische Fotograf Jaakko Helkkllä mit nordischen
Landschaften und ihren der Kälte strotzenden Bewohnern. Aus der Serie
"empty spaces" zeigt das Europäische Patentamt bis zum
28. November unter dem Titel "visual worlds/Bilderwelten" Panoramalandschaften
und Porträts von Helkkllä. Dabei überzeugen von seinen
Aufnahmen am meisten die mit einer Panoramakamera aufgenommenen Innenraumaufnahmen,
die ein schönes Bild finnischer "Wohnkultur" geben.
(Europäisches Patenamt, Pschorrhöfe, Bayerstr. 34)
In der Galerie Carol Johnssen (Königingstr. 27) sind zur Zeit "photographs & installations" von Colette zu sehen. Die Altmeisterin der Performance-Fotografie posiert etwa in Abendrobe und Federhütchen im Hamburger Bahnhof in Berlin. Die Fotografien bereitet sie anschließend mit Glitter, Perlen und ähnlichem auf und verwandelt sie in wahre Orgien des Kitsches. (Bis 30.11.99)
In der Aspekte
Galerie der VHS im Gasteigs - für Uneingeweihte muß darauf
hingewiesen werden, daß es sich dabei um die Gänge des zweiten
und dritten Obergeschoß handelt - ist ein Teil der Ausstellung über
politisch motivierte Retusche unter Lenin und Stalin zu sehen, die zuvor
in Bonn präsentiert wurde: "Foto- und Kunstmanipulation in der
Sowjetunion" (noch bis 10. November).
Entgegen der Ankündigung werden dort nicht Original und Fälschung
gegenübergestellt, sonderen deren Reproduktionen ins Übermaß
vergrößert und passpartouriert - eine Präsentationsweise,
die irritiert. Wie unliebsame Aktivisten per Retusche von der Bühne
verschwanden, wie der Rand des Ausschnittes immer mehr Beteiligte reduzierte,
oder die Menschenmenge bei einer Kundgebung künstlich verdichtet
wurde, kann so aber genau nachvollzogen werden. Wenngleich sich die Erkenntnis
meist auf den Effekt beschränkt, denn der Kontext der Pressebilder
fehlt trotz ausführlicher Bildunterschriften. Am meisten beeindrucken
die anonymen Tilgungen in nonkonformen Abbildungen: Köpfe wurden
einfach zugemalt. Diese verdeutlichen die Antastbarkeit von Identität
am besten.
Das an Fotografie zur Zeit kein Ausstellungshaus vorbeikommt, zeigt eine Ausstellung im Siemens Financial Services in der Seidelstr. 24. Und das auch die digitale Fotografie heute nicht unterschätzt werden darf, damit beschäftigt sich die Ausstellung "Taking Pictures". Sechs Künstler und Künstlerinnen, drei aus New York, drei aus Süddeutschland, zeigen in der Ausstellung "ein Stück ihrer Faszination, sich mit unterschiedlichen fotografischen Material, Techniken und Konzepten - bis hinein ins Digitale - künstlerisch auseinanderzusetzen." (Katalog). Erik Bakke setzt sich mit dem "schwarzen Erbe" auseinander, als digital bearbeiteter Print der U.S. Post zeigt er Abzüge von Malcom X im Briefmarkenlayout. Einen Mix aus C-Prints und Röntgenaufnahmen stellen die Arbeiten von Maria Meier dar, die in hochformatigen Fotobildern düstere Kabel- und Leitungsvisionen zeigt. Weitere Fotoarbeiten sind von Hans Kotter, Felix Weinold, Gary Beeber und Jolanta Gora-Wita zu sehen.
"Portraits"
nennt Daniel Sambraus die Fotografien seiner Ausstellung in der
Galerie lucile, die dort noch bis zum 22. November zu sehen
sind.
Porträts aber sind Bildnisse von Menschen zum Zwecke der Darstellung
ihrer Individualität. Strenggenommen. Demnach zeigt Daniel Sambraus
alles andere als Porträts, denn Menschen tauchen auf seinen Bildern
nicht auf. Der Einblick in das Individuum interessiere ihn, so der Fotograf,
wobei er sich die Frage stelle, in welches Individuum. Sagt eine Fotografie
nicht mehr über ihren Schöpfer denn über den Abgelichteten
aus? "Der Fotograf nähert sich ja mit bestimmten Vorstellungen
seinem Modell und wählt nach der Sitzung das ihm liebste Bild
aus."
Sambraus Individualität spielt sich in Antlitz antiker Skulpturen
und im Angesichte zahmer Tiere. Da bei den Skulpturen sich der Bildhauer
bereits der Ausbildung individueller Züge befleißigte, hat
der Bildautor hier leichtes Spiel. Er braucht nur noch die Auswahl des
Ausschnittes treffen. - Und erzielt dadurch doch oft eine völlig
neue Wirkung. Porträts von Tieren stellen ein größeres
Problem dar. Weder bieten die Modelle ein besonderes Minenspiel, noch
halten sie brav still. Oft müsse der Fotograf sich zum Clown machen,
um das Bild seiner Vorstellung zu erlangen. Tiere und Skulpturen - eine
bizarre Mischung? Nein: eine bildnerische Idee.
Daniel Sambraus wurde 1967 in München geboren, stuiderte Kunstgeschichte
an der Hochschule für bildende Künste, Kassel, Photographie
am London College of Printing, Applied Art and Visual Culture an der London
Guildhall University. Er lebt und arbeitet als freischaffender Photograph
in London und München.
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Als "Atombombe
im Misthaufen" wurde - zeitgenössisch - die Formation 'fotoform'
im Nachkriegsdeutschland passend-unpassenderweise bezeichnet. Am 13.7.99
erhielten drei der Mitglieder, Toni Schneiders, Wolfgang Reisewitz und
Siegfried Lauterwasser, den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für
Photographie. Die "zornigen jungen Männer" hatten sich
1949 zusammengeschlossen, aus ihrer Mitte erwuchs die Bewegung der 'subjektiven
fotografie'. Auch Peter Keetmann (Preisträger schon seit 1961), sowie
Hans Hajek-Halke und Karl Steinorth gehörten zu den stilbildenden
Fotografen, die die Strömungen von vor dem Krieg wieder aufgriffen
(Lásló Moholy-Nagy), weiterentwickelten und vollendeten.
Toni Schneiders erhielt eine Einzelausstellung
im Fotomuseum, die stellvertretend vorführt, worauf es der
Gruppe ankam. Erscheinungsformen in Natur und Technik zu fokussieren,
gegebenfalls in Nahaufnahmen aus der Umgebung herauszuschälen - dies
| juli |
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Witziges ist derzeit
in der Galerie Karin Sachs zu sehen. In großformatigen Fotografien
zeigt die Künstlerin Chantal Michel wahnwitzige Positionierungen
einer jungen Frau in obskuren, an leerstehende Fabriken erinnernde Räumen.
Mal hängt die Frau von der Decke, mal scheint sie sich mit aller
Kraft gegen windige Maschinen zu wehren, und dabei stellt sie immer das
Sehvermögen des Betrachters auf den Kopf.
Mit ihren Aktionen will Michel Gefühle und Zustände zum Ausdruck
bringen, deren Qualität durch den Gang ins Extreme erst wirklich
sichtbar und auf den Punkt gebracht werden. Ihre Kunst ist dbei nicht
nur ein Verarbeitungsmoment unterdrückter Regungen, sondern genauso
ein schönes Spiel, ein künstlerischer Zeitvertreib, eine Liebe
zum Ästhetischen, zu Formen und Farben. (Bis 31. Juli)
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Hier hat sich der Mediengeist wohl unauffällig in die Kunstwelt vermischt, man braucht Bilder von berühmten Menschen, Bilder von Picasso, dem großen Maler, Hermann Nitsch, dem großen Orgienfreund, nur so, daß man mal sieht, wie die Künstler denn so aussehen.
Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
| juni |
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
| mai |
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| april |
| märz |
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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|
An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Als "Atombombe
im Misthaufen" wurde - zeitgenössisch - die Formation 'fotoform'
im Nachkriegsdeutschland passend-unpassenderweise bezeichnet. Am 13.7.99
erhielten drei der Mitglieder, Toni Schneiders, Wolfgang Reisewitz und
Siegfried Lauterwasser, den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für
Photographie. Die "zornigen jungen Männer" hatten sich
1949 zusammengeschlossen, aus ihrer Mitte erwuchs die Bewegung der 'subjektiven
fotografie'. Auch Peter Keetmann (Preisträger schon seit 1961), sowie
Hans Hajek-Halke und Karl Steinorth gehörten zu den stilbildenden
Fotografen, die die Strömungen von vor dem Krieg wieder aufgriffen
(Lásló Moholy-Nagy), weiterentwickelten und vollendeten.
Toni Schneiders erhielt eine Einzelausstellung
im Fotomuseum, die stellvertretend vorführt, worauf es der
Gruppe ankam. Erscheinungsformen in Natur und Technik zu fokussieren,
gegebenfalls in Nahaufnahmen aus der Umgebung herauszuschälen - dies
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Witziges ist derzeit
in der Galerie Karin Sachs zu sehen. In großformatigen Fotografien
zeigt die Künstlerin Chantal Michel wahnwitzige Positionierungen
einer jungen Frau in obskuren, an leerstehende Fabriken erinnernde Räumen.
Mal hängt die Frau von der Decke, mal scheint sie sich mit aller
Kraft gegen windige Maschinen zu wehren, und dabei stellt sie immer das
Sehvermögen des Betrachters auf den Kopf.
Mit ihren Aktionen will Michel Gefühle und Zustände zum Ausdruck
bringen, deren Qualität durch den Gang ins Extreme erst wirklich
sichtbar und auf den Punkt gebracht werden. Ihre Kunst ist dbei nicht
nur ein Verarbeitungsmoment unterdrückter Regungen, sondern genauso
ein schönes Spiel, ein künstlerischer Zeitvertreib, eine Liebe
zum Ästhetischen, zu Formen und Farben. (Bis 31. Juli)
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Hier hat sich der Mediengeist wohl unauffällig in die Kunstwelt vermischt, man braucht Bilder von berühmten Menschen, Bilder von Picasso, dem großen Maler, Hermann Nitsch, dem großen Orgienfreund, nur so, daß man mal sieht, wie die Künstler denn so aussehen.
Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
| juni |
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
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| april |
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Als "Atombombe
im Misthaufen" wurde - zeitgenössisch - die Formation 'fotoform'
im Nachkriegsdeutschland passend-unpassenderweise bezeichnet. Am 13.7.99
erhielten drei der Mitglieder, Toni Schneiders, Wolfgang Reisewitz und
Siegfried Lauterwasser, den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für
Photographie. Die "zornigen jungen Männer" hatten sich
1949 zusammengeschlossen, aus ihrer Mitte erwuchs die Bewegung der 'subjektiven
fotografie'. Auch Peter Keetmann (Preisträger schon seit 1961), sowie
Hans Hajek-Halke und Karl Steinorth gehörten zu den stilbildenden
Fotografen, die die Strömungen von vor dem Krieg wieder aufgriffen
(Lásló Moholy-Nagy), weiterentwickelten und vollendeten.
Toni Schneiders erhielt eine Einzelausstellung
im Fotomuseum, die stellvertretend vorführt, worauf es der
Gruppe ankam. Erscheinungsformen in Natur und Technik zu fokussieren,
gegebenfalls in Nahaufnahmen aus der Umgebung herauszuschälen - dies
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in der Galerie Karin Sachs zu sehen. In großformatigen Fotografien
zeigt die Künstlerin Chantal Michel wahnwitzige Positionierungen
einer jungen Frau in obskuren, an leerstehende Fabriken erinnernde Räumen.
Mal hängt die Frau von der Decke, mal scheint sie sich mit aller
Kraft gegen windige Maschinen zu wehren, und dabei stellt sie immer das
Sehvermögen des Betrachters auf den Kopf.
Mit ihren Aktionen will Michel Gefühle und Zustände zum Ausdruck
bringen, deren Qualität durch den Gang ins Extreme erst wirklich
sichtbar und auf den Punkt gebracht werden. Ihre Kunst ist dbei nicht
nur ein Verarbeitungsmoment unterdrückter Regungen, sondern genauso
ein schönes Spiel, ein künstlerischer Zeitvertreib, eine Liebe
zum Ästhetischen, zu Formen und Farben. (Bis 31. Juli)
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Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
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mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Witziges ist derzeit
in der Galerie Karin Sachs zu sehen. In großformatigen Fotografien
zeigt die Künstlerin Chantal Michel wahnwitzige Positionierungen
einer jungen Frau in obskuren, an leerstehende Fabriken erinnernde Räumen.
Mal hängt die Frau von der Decke, mal scheint sie sich mit aller
Kraft gegen windige Maschinen zu wehren, und dabei stellt sie immer das
Sehvermögen des Betrachters auf den Kopf.
Mit ihren Aktionen will Michel Gefühle und Zustände zum Ausdruck
bringen, deren Qualität durch den Gang ins Extreme erst wirklich
sichtbar und auf den Punkt gebracht werden. Ihre Kunst ist dbei nicht
nur ein Verarbeitungsmoment unterdrückter Regungen, sondern genauso
ein schönes Spiel, ein künstlerischer Zeitvertreib, eine Liebe
zum Ästhetischen, zu Formen und Farben. (Bis 31. Juli)
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Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
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mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Hier hat sich der Mediengeist wohl unauffällig in die Kunstwelt vermischt, man braucht Bilder von berühmten Menschen, Bilder von Picasso, dem großen Maler, Hermann Nitsch, dem großen Orgienfreund, nur so, daß man mal sieht, wie die Künstler denn so aussehen.
Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
| juni |
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
| mai |
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| april |
| märz |
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Hier hat sich der Mediengeist wohl unauffällig in die Kunstwelt vermischt, man braucht Bilder von berühmten Menschen, Bilder von Picasso, dem großen Maler, Hermann Nitsch, dem großen Orgienfreund, nur so, daß man mal sieht, wie die Künstler denn so aussehen.
Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
| juni |
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
| mai |
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| april |
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Hier hat sich der Mediengeist wohl unauffällig in die Kunstwelt vermischt, man braucht Bilder von berühmten Menschen, Bilder von Picasso, dem großen Maler, Hermann Nitsch, dem großen Orgienfreund, nur so, daß man mal sieht, wie die Künstler denn so aussehen.
Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
| juni |
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
| mai |
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Hier hat sich der Mediengeist wohl unauffällig in die Kunstwelt vermischt, man braucht Bilder von berühmten Menschen, Bilder von Picasso, dem großen Maler, Hermann Nitsch, dem großen Orgienfreund, nur so, daß man mal sieht, wie die Künstler denn so aussehen.
Daß der Künstler aber eigentlich nicht sein Werk ist, und schon gar nicht Kunst, scheint diese Kunstausstellung dabei ganz zu vergessen. (Noch bis 31. Juli)
| juni |
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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
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mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
|
|
An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
| mai |
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| april |
| märz |
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|

Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
| mai |
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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Im Literaturhaus - da wo auch artechock gemacht wird, aber dies nur nebenbei - ist eine Ausstellung mit Münchner Autorenporträts zu sehen, die Studenten der Fachakademie für Fotodesign schufen. Die Fotos sind vielversprechend... aufgrund ihrer ausgesprochenen Unterschiedlichkeit in der Auffassung. Farbe oder Schwarzweiß, bunt oder puristisch, scharf und unscharf - das Spektrum ist weitgegriffen. Wer also keine Lust mehr hat auf Isolde Ohlbaum-Fotos, der kann sich hier veranschaulichen, welche gestalterischen Möglichkeiten dieses Genre des Porträts bietet.
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mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
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1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
vorbei.
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
unzerstörbaren Naturerlebnis.
"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
| februar |

1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Die Auseinandersetzung
mit realen Lebensräumen kennzeichnet das fotografische Werk von Dörte
Neef. Von der Realität der Stadtansichten ausgehend, wandte sie
sich in den Jahren 1995/96 den Barockgärten zu, welche in ihrer Geometrie
und in ihrer systematischen Gestaltung die herrschaftlichen Strukturen
ihrer Entstehungszeit spiegelten.
In ihren neueren Arbeiten nimmt Dörte Neef bewußt Bezug auf
fotografische Klischees wie die Palmen am Meer oder das Panorama einer
Hochgebirgslandschaft, verleiht ihren großformatigen Farbfotografien
aber im Gegensatz zu den Prototypen der Werbe-Welt eine mehrdeutige Interpretationsmöglickeit.
Urlaubssehnsucht und Rückgriff auf reale Entsprechungen, detailreich
und in intensiver Farbgebung geschildert, weisen den Betrachter auf erlebte
Täuschungen zurück. Eingriffe in die Natur und Veränderungen
werden sichtbar gemacht, harte Schnitte unterbrechen den Traum von einem
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"Die Welt ist schön" als Trugschluß und Verweis auf
reale Situationen, ein Thema, das in Abwandlung seit Albert Renger-Patzsch
die Fotogeschichte durchzieht. Dabei gesteht die Fotografin ihre Begeisterung
und kindliche Freude am Neuentedecken dieser Landschaften, die sie auf
persönliche Weise in ihre fotografischen Bilder umsetzt. Die Ausstellung
"schön" ist bis zum 21.03.99 in Pasinger
Fabrik zu sehen. (Pressetext)
Selbst auf unserer Seite herrscht Uneinigkeit. Wie schreibt man es nun, dieses Medium, bzw. wie soll man es schreiben, von der haarsträubenden Rechtschreibreform mal ganz abgesehen? In meinem Uraltduden wird unter „Fotografie“ noch auf die „Photographie“ verwiesen. Nicht zu unrecht. Denn da kommt das Wort ja schließlich her: „Phot“ bedeutet griechisch ‚Leuchtstärkeeinheit‘ oder ‚Zeichen‘. „Photo...“ heißt ‚Licht...‘. 'Graphie' heißt ‚Schreiben‘. Also „Mit Licht geschrieben“. Viele verschiedene Begriffe wurden im Laufe der Geschichte für diesen Vorgang gefunden, etwa die Kalotypie (von griech. schön). Oder der Erfindernamen wurde ganz unbescheiden eingesetzt: Daguerrotypie, Talbotypie. Aber, „Photographie“ drückt es eben am besten aus. Nun aber das Dilemma: in der neuen Rechtschreibung fallen alle Inhalte weg, und es muß Fotografie heißen. Aber auch diese Schreibweise hat man schon im historischen Kontext eingesetzt, insbesondere in den zwanziger Jahren drückte man das Neue am "Neuen Sehen" damit aus. „FiFo“ hieß beispielsweise die bedeutende Ausstellung dazu. Und am Bauhaus schrieb man das ganze auch noch klein: fotografie. Außerdem kommt die Schreibweise im tschechischen Sprachraum, wo viele bekannte Fotografen wichtige Beiträge lieferten, zum Tragen: auch mit f! Doch das schnörkelige Ph, das im Deutschen aus einer anderen Zeit herüberzuwinken scheint, hat einen entschiedenen Phorteil, pardon, Vorteil (auch wenn es sich schlechter tippen läßt): es ist international verständlich, weil im anglo-amerikanischen und französischen Sprachraum üblich.
1935 in Prag geboren,
gilt Saudek heute als einer der bekanntesten Photographen der Nachkriegszeit.
Da die Prager Photographie dank Sudek, Drtikol, Funke und vielen anderen
ein schwergewichtiges Erbe darstellt, dem man so leicht nichts entgegensetzt,
mag hier ein Grund für die überspannten Diversifizierung Saudeks
liegen. Und vielleicht datiert der Photograph auch deshalb seine Bilder
in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entsteht so eine mögliche
Photographie, die damals nur in Ansätzen verwirklicht wurde. Oder
sollen die Anfänge der Pornographie karikiert werden? Die spielerische
Harmlosigkeit früher pornographischer Versuche, deren eklatante Bemalung
jedes Fünkchen Erotik raubte, führt Saudek weiter, teilweise
ebenso lieblich-naiv wie anno dazumal, andererseits unerträglich
überspannt. Schön zu sehen, daß er auch anders kann und
mit einer Reihe Schwarzweißaufnahmen an seine Prager Ahnen anknüpft.
Diese Porträts (z.B. Black Tear) und Akte sind von tschechischer
Poesie traumschwer gekennzeichnet und schrammen meist haarscharf am Kitsch
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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

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An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

An der Kunstakademie fand eine Vortragsreihe statt, die in München ihresgleichen sucht. Natürlich, weil sie für Photointeressierte eine ungeheure Chance war, bekannte Namen einmal live zu erleben. Der Münchner Michael Wesely trug vor; der Düsseldorfer Thomas Ruff verweigerte sich dem Publikum weitgehends. Am 4. Februar kam Thomas Struth und am 18. Konrad R. Müller aus Königswinter, zum Abschluß am 25. Februar Candida Höfer. Eine Ausnahme - eine begründete? - stellte am 11. Februar der Verleger Lothar Schirmer dar. Eine Gelegenheit, das Gewerbe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

