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reihe
Die Quadriga auf dem Siegestor
Sie ist wieder da!
Lange Zeit hat sie gefehlt, was aber aufgrund der Einhüllung
des gesamten Bauwerks kaum aufgefallen ist. Und auch jetzt ist
es kaum ersichtlich, daß sie zurückgekehrt ist, da
auch sie durch eine Folie bedeckt ist.
Es ist aber nicht das
erste Mal, daß das Siegestor auf seine bekrönende
Gruppe verzichten mußte. Schon 1944 bis 1972 war der Platz
auf der Attika leer. Denn wie noch heute am Provisorium der stadteinwärts
gerichteten Seite zu erkennen ist, wurde das Tor im zweiten Weltkrieg
stark zerstört. Bei dem Bombenangriff 1944 fiel die Quadriga
nach unten und kam erst 1972 pünktlich zu den Olympischen
Spielen wieder auf das als Friedens-Mahnmal umstrukturierte Tor.
So konnte sie den einreisenden Gästen und den Olympioniken
begrüßend entgegenfahren. Kurzzeitig wurde auch überlegt
die Quadriga auf das Olympiagelände zu stellen, um davor
die Siegerehrungen durchzuführen. Als Restaurator für
die Gruppe wurde Dietz ausgewählt, der die Bavaria aber
nicht nur rekonstruierte, sondern auch umarbeitete. Anstelle
des klassischen Typus trat dann eine viel gröbere Frauengestalt,
die in Teilen unfertig wirkt. Der Wagen wurde von Dietz komplett
neu gestaltet und mit eigenen Ornamenten versehen.
Nach all diesen Veränderungen war Wagner enttäuscht von dem fertigen Produkt, sodaß er sich davon distanzierte und seinen Namen nicht darauf angebracht wissen wollte. Wagner war außerdem unzufrieden mit der Stellung der Quadriga. Diese wurde ganz gegen das antike Vorbild stadtauswärts gerichtet. Die römischen Triumphbögen waren immer in Richtung Stadt aufgestellt. Somit zeichneten sie den Weg nach, den der Feldherr nach errungenem Sieg in die Stadt nahm.
Die ungewöhnliche Stellung in München rief auch bei den Zeitgenossen Unverständnis hervor. Negativ wurde bewertet, daß die Quadriga der Ludwigsstraße, genauso wie den Münchnern den Rücken kehrt. Positivere Erklärungsmodelle waren, daß sie dem siegreichen Heer, dem das Tor schließlich gewidmet ist, zur Bewillkommnung entgegenfährt oder das Heer in die Schlacht vorausführt. Oder die Gruppe wurde als Wächter gewertet mit den grimmigen Löwen, die scheinen, als seien sie jederzeit bereit vom Tor herab auf die Feinde zu springen. Dabei muß natürlich beachtet werden, daß das Siegestor in seiner ursprüglichen Funktion auch Stadttor für die aus Norden Einreisenden war. Warum aber Ludwig die Quadriga unbedingt stadtauswärts gerichtet haben wollte - im Schenkungsvertrag an die Stadt München läßt er es schriftlich fixieren - ist nicht bekannt und läßt sich nur vermuten im Zusammenhang mit der damaligen politischen Situation.
Die Verwendung von Löwen als Zugtiere ist nichts völlig Neues, sondern ist auf Münzen und in der Druckgrafik vorgeprägt. Anläßlich von Ludwigs Geburt war ein Schießscheibe entworfen worden, die solch eine Kalesche zeigt. Die Löwen als bayerische Wappentiere führen den Wagen. Dabei ist aber zu beachten, daß zu der Zeit Ludwigs der Löwe noch nicht solch ein eindeutiges Identifikationsymbol für Bayern war, da der Löwe neben Bayern auch in vielen anderen Wappen zu Hause war. Das heute aber der Löwe und auch die Löwen-Quadriga als bayerisches Zeichen angenommen werden, zeigt zum Beispiel die Werbung für die Marke Löwenbräu.
marion bartl
Nun hab’ auch ich ihn gesehen, den Film des Jahres, der alle
Rekorde gebrochen hat. Ich sah ihn mir an, nicht aufgrund der
vielen Oskars, nicht nur, um endlich auch mitreden zu können,
sondern ich war offengestanden ehrlich beeindruckt, was ich über
die historische Authentizität gehört hatte: weil sein
Schiffsmodell beispielsweise nicht, wie authentisch überliefert,
zur richtigen Seite des Hafens hinausfahren konnte, ließ
Cameron den Film an dieser Stelle tatsächlich seitenverkehrt
abspielen. Und von der Ausstattung und den Kostümen ganz
zu schweigen, alles sehr sehr authentisch.
Als Jack aber dann Rose seine Zeichnungen aus Paris zeigte, wäre ich doch beinahe vom Sessel gerutscht. Aufgrund der kurzen Sequenz kann ich mich zwar nicht mehr an alle Bilder erinnern. Wie Schuppen von den Augen viel es mir aber bei der Zeichnung von, wie Jack so schön sagt „verrückten Alten, die ganz viel Schmuck trug“: Es handelt sich hierbei um eine Kopie nach einer Photographie von Brassaï aus dem Jahre 1932 (La „Môme Bijou“ au Bar de la lune)! Die Aufnahme ist nicht weniger als 20 Jahre nach der Titanic-Katastrophe entstanden!
Habe ich nicht gehört, daß besagter Mr. Cameron ca. 200 Millionen für dieses Mammutwerk ausgegeben hat? - Bei dem Preis hätte er auch dafür sorgen können, daß ihm irgendein Künstler irgendwelche originären Zeichnungen liefert! - Soviel jedenfalls zur Authentizität à la Hollywood.
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