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sternstunden im krankenhaus
In einem eigens für dieses Projekt eingerichteten Krankenhaus-Atelier malten sie gemeinsam mit ihren Therapeuten Julius Erhard und Milan Mihajlovic Sternbilder. In 14 Monaten entstanden hier alle 88 Sternkonstellationen am Firmament. Den Gang pinselten sie nachtblau und installierten dann die Gemälde. Bildträger sind Holzkästen, die von der Rückseite durchleuchtet werden. Auf diese Weise zeigt sich dem Betrachter die leuchtende Sternenkonstellation und die gemalte Interpretation der Sternbilder. Die leuchtenden Bilder verwandelten den einst düsteren Gang in einen Spazierweg über die Milchstraße.
"Ich kam hierher um ein Bild
zu malen. Irrtum ich mußte dreimal anfangen, das Bild fertig
zu machen so, wie ich es wollte. Ich habe begriffen,daß
man nicht einfach loslegen kann, ohne zu überlegen, was
man tut. Angst hatte ich, vor dem, daß es anderen nicht
gefällt. Es muß mir gefallen, sonst keinem. Und meine
Gefühle konnte ich spüren. Etwas alleine zu machen,
ohne eine andere Person, die hineinredet. Ich werde es schaffen.
Das Bild war der Anfang und nicht das Ende." So schilderte ein
Patient seine Situation und Empfindungen während des Projektes.
Die Augen der Künstlerpatienten leuchteten mit ihren Sternenbildern um die Wette. Stolz ließ sich manch einer mit einem Glas Prosecco in der Hand vor seinem Werk fotografieren.
Zwischen den Bildern, an den Wänden, kleine schwarze Knöpfe in gelben Kästen: "Notalarm für Reanimation". Die wirken nun fehl am Platz, denn die beklemmende Stille des Krankenhauses verwandelte sich hier in die atmende Stille des nächtlichen Sternenhimmels.
So
oder ähnlich geht es sicher vielen, die tagtäglich
dem Münchner Hauptbahnhof entgegeneilen.
Doch schon
gesehen, daß sich an dieser prominenten Stelle ein
Kunstwerk befindet? Und das nicht erst seit gestern. Bereits
seit 1951 prangt dort ein Relief aus farbig eloxierten Aluminiumplatten
mit Leuchtstoffröhren von Rupprecht Geiger. Die mosaikartig
gefügten farbigen Aluminiumplatten werden von hinten indirekt
beleuchtet. Wie ein anonymes Objekt versteckt sich das monumentale
Werk an einem der belebtesten Plätze Münchens.
Dem Münchner Architekten und Maler ist derzeit anläßlich seines 90. Geburtstages in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus eine Ausstellung mit dem Titel "Rot, Blau, Gelb" gewidmet. Wir möchten hierbei auch noch auf zwei Werke von Geiger im öffentlichen Raum in München aufmerksam machen.
Ein weiteres Werk Geigers ist der "blaue Punkt" am Gasteig. Genauer gesagt heißt die monumentale Aluminiumplastik vor dem Kulturzentrum am Gasteig "Gerundetes Blau".
Geboren 1908 in München als Sohn des Malers Willi Geiger, studierte er ab 1926 Architektur an der Kunstgewerbeschule in München. 1935 schloß er sein Studium an der Staatsbauschule und arbeitete bis zu seiner Einberufung im Architekturbüro von Oswald E. Bieber in München. Aufgrund seiner künstlerischen Fähigkeiten wurde er als Kriegsmaler eingesetzt. Es entstanden vor allem farbintensive Landschaftsvisionen.
In den fünfziger
Jahren entschied er, sich zunehmend auf die Kunst zu konzentrieren
und bildete sich weiter als Maler aus. Erste öffentliche
Anerkennung wird ihm 1951 durch die Verleihung des Dominick-Preises
der Staatsgalerie Stuttgart zuteil. Im selben Jahr gewann Geiger
den Wettbewerb des Baubüros der Bundesbahn und gestaltete
die Glasfassade über dem Haupteingang des Münchner
Hauptbahnhofes. Bis Anfang der sechziger Jahre arbeitete er als
Architekt mit seiner Frau Monika, Tochter des Architekten Oswald
E. Bieber, zusammen, da er trotz der Beteiligung an den wichtigsten
internationalen Austellungen wie der Biennale in Sao Paulo, der
Ausstellung "Meisterwerke deutscher Kunst" 1953 in Luzern, der
"documenta" in Kassel und der Auszeichnung mit dem Solomon-Guggenheim-Preis
1959 nicht ausschließlich von seiner Kunst leben konnte.
Im Juni 1949 gründeten die abstrakten Maler Münchens in der Galerie Stangl eine "Gruppe der Gegenstandslosen", die sich Anfang 1950 den Namen "ZEN" gab. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willi Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und Fritz Winter. Sie nahmen direkt Bezug auf die Kunst des "Blauen Reiter", die 1949 im Haus der Kunst erstmals wieder gezeigt worden war.
Der Farbe hat Rupprecht Geiger, der als Maler Autodidakt
ist, sein ganzes Werk gewidmet: "Es geht mir um die Farbe, nur
um die Farbe", so der Künstler 1970 in einem Interview.
Geigers
Bilder entstanden nie an der Staffelei, sondern auf dem Tisch.
Statt Ölfarbe verwendete er Eitempera und später Sprühlack.
Während seine frühen Arbeiten noch einer starken kompositorischen
Gliederung unterlagen, wie auch auf dem Relief am Hauptbahnhof
zu sehen ist, zeigen seine späteren Werke die Radikalisierung
und Klärung der Farbwirkung an sich, wie am "Gerundeten
Blau" zu erkennen ist. Hier interessierte ihn die Farbigkeit
mit ihrer Formgebung. Seine Formen, meist einfache Rechtecke
oder Kreise übernehmen eine transportierende Funktion, um
die Erscheinung der Farbe totalisierend zur Geltung zu bringen.
Diese Monoformen, Rechteck, Oval oder Kreis gehen keine Verbindung
zu anderen Farbelementen ein, sondern sind Träger einer
absoluten Farbe. Die Form ist Modell, um die Farbe in ihren divergenten
Erscheinungsmöglichkeiten zu fassen.
In seinem Buch "Farbe ist Element" erläutert Geiger seinen Schöpfungsakt: "Farbe hat keine bestimmte Wesensform. Während des Malens werden jedoch bei Ausschaltung des Intellekts Kräfte frei, die zur Gestaltung einer verbindlichen Farbform führen."
Ausstellung in der Barbara Gross Galerie
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Das Mächenzimmer - eine Ausstellung im Kunstraum München
e. V.
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"Berge
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Teil I, Sammlung Goetz
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Was Sie keinenfalls versäumen sollten!