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das kosmische
Diese drei Maler, ein Deutschrömer, ein Romantiker und Carl Rottmann setzten sich in sehr unterschiedlicher Weise damit auseinander. J.A. Koch mit seinem Bild „Heroische Landschaft mit Regenbogen“ von 1815 vertritt die Idee einer Einheit von Naturgeschichte und menschlicher Geschichte. C.D. Friedrich stellte in seinen Landschaftsbildern eine Natur, die den gleichen Gesetzen wie der Geburt, des Wachsens und des Vergehens, wie eben die menschliche Geschichte auch, unterworfen sind, dar. C. Rottmann dagegen verstand die Natur als eine zerstörerische Kraft, die die Schöpfungen der menschlichen Geschichte vernichtet.
Das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart
wird in seinen Bildern verschiedenartig gedeutet. So steht beim
Italienzyklus noch die Vergangenheit unveränderlich und
in verklärendem Licht, die Gegenwart als lebendiges und
sich veränderndes Reich.
Später dagegen, bei seinem
Griechenlandzyklus befindet sich die menschliche Zivilisation
der Vergangenheit ebenso wie der Gegenwart im Prozeß des
Verfalls.
Auf diese resignative Haltung Rottmanns dem Verlauf
der Geschichte gegenüber läßt sich aus der Diskrepanz
zwischen idealisiertem Griechenlandbild der deutschen Klassik
und den eigenen Erlebnissen, in dem durch den Freiheitskampf
zerstörten Griechenland, schließen.
In seiner letzten
Schaffensperiode wird der historische Gehalt immer mehr in den
Bereich des Assoziativen verlagert. Sein Interesse richtet sich
immer stärker auf das Kosmische. In der Darstellungsweise
kommt dies zum Ausdruck, indem das Bild den kosmischen Energien
überlassen wird und die Motive bis zum nicht Erkennbaren
zurücktreten.
Ab den 40-er Jahren erreicht Rottmann
durch die Stilisierung der Lichteffekte eine Steigerung der Farbigkeit.
In dieser Zeit wurden Bilder mit dramatischen Darstellungen der
Naturatmosphäre, unter anderem das „Schlachtfeld von Marathon“
von1849, gemalt. In diesem Werk wird der Blick der BetrachterInnen
von der Erde auf den Himmel mit seinem Wolkenkampf geführt.
Hier verläßt Rottman den Ort der menschlichen Geschichte
und betritt das Reich der Zeitlosigkeit.
Am vergangenen Sonntag wurden die beiden Künstler, deren Werke bei der letzten Nymphenburger Kunstausstellung als Jahressieger hervorgegangen waren, feierlich mit den auf 3.000 DM dotierten Preisen ausgezeichnet:
Die glücklichen Sieger waren Giuseppe Troia, der den Preis der Erwin-von-Kreibig Stiftung für Malerei erhielt, und Alix Stadtbäumer, die mit dem Marie-Luise Lentz Preis für Plastik geehrt wurde.
Im Gegensatz zu seiner früheren Werkphase, für die Prof. Petzet den Vergleich mit Jackson Pollocks "Farbwürfen" als angebracht bezeichnet hatte, hat Troia in dem prämierten Werk einen beruhigteren Stil gefunden. Das im letzten Jahr ausgezeichnete Gemälde quadratischen Formats variiert das aus früheren Werken bekannte Motiv großer, auf Leinen wehender Tücher. In der neuen Version zeigt sich eine Reduktion dieses Motivs durch drei auf Taschentuchformat geschrumpfte Tücher, die vor dem Ausschnitt einer orangeroten Mauer im Wind flattern. Das in sattem Grün angegebende Gras, das mit kräftig in die Bildtiefe peitschendem Pinselstrich die untere Bildhälfte füllt, vermittelt über den komplementären Kontrast den Eindruck eines geradezu “magischen Realismus”, wie Prof. Petzet feststellte.
Ebenfalls Bäume bestimmen das prämierte Werk Alix Stadtbäumers: In Gummikautschuk gegossen, stehen zwei Bäume im Ausstellungsraum. Stämme sind es eigentlich nur, da die Äste gleich nach der Gabelung abgeschnitten sind. Die Rinde, die die Baumstämme um die Schnittstellen herum überzieht, ist aus langen Gummiwürsten gebildet, die in vertikalen Rinnsalen den Stamm überziehen und quasi die Wortbedeutung “Kautschuk”, “tränender Baum”, nachempfinden.
Vor und nach der Preisverleihung war - wie
bei allen Veranstaltungen im Kreibig-Museum - Gelegenheit, die
ausgestellten Werke des Münchner Malers Erwin von Kreibig
(1904-1961) zu bewundern.
Den Reiz eigentlich aller Festivitäten
im Kreibig-Museum macht die Mischung aus dem stimulierenden Zusammentreffen
mit Nymphenburger Künstlern, der glücklichen Ausstellungsbedingung
in dem modernisierten Effner-Gebäude und so stimmungvollen
Einzelheiten wie der Klaviermusik, die aus dem Souterrain erklingt
und den Teelichter aus, die beim Hinausgehen den Weg zum nächtlich
liegenden Nymphenburger Schloß leuchten.
Angelika Vorster
Ausstellung im Haus der Kunst
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da ist der wurm drin
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welcher saft! welcher gehalt! welches elexir!"
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in schwarz-weiß
Florenz und die Toskana, Schack-Galerie
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Bayerisches Nationalmuseum
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Eine Miniaturensammlung aus der Zeit
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